Gewässerschützer: Zu viel Nitrat in der Fulda

Regierungspräsidium relativiert: Verein nutzt falsche Maßeinheit

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Zu viel Nährstoffe im Fluss? Die Fulda bei Rotenburg.

Hersfeld-Rotenburg. Die Fulda wird nach Ansicht des Vereins VSR-Gewässerschutz wegen einer zu hohen Nitratbelastung die Wasserrahmenrichtlinie bis 2015 nicht einhalten.

Nach Einschätzung des Regierungspräsidiums Kassel legt der Verein bei seinen Untersuchungen allerdings die falsche Maßeinheit zugrunde und vergleicht deshalb Äpfel mit Birnen.

Nach Einschätzung des Regierungspräsidiums Kassel legt der Verein bei seinen Untersuchungen allerdings die falsche Maßeinheit zugrunde und vergleicht deshalb Äpfel mit Birnen.

Bei einer Messfahrt im April 2013 hatte der Verein insbesondere im Landkreis Hersfeld-Rotenburg erhöhte Nitratkonzentrationen festgestellt. Während der Nitratwert bei Gersfeld in der Rhön bei 5,3 Milligramm pro Liter (mg/l) lag, maßen Vereinsmitglieder laut einer Pressemitteilung bei Niederaula 17,6 Milligramm pro Liter (mg/l). Nach dem Zufluss der mit 20,9 mg/l belasteten Haune stellten die Gewässerschützer in Bebra einen Nitratwert von 18,9mg/l fest. Bis Rotenburg steigt dieser Wert noch einmal auf 19,3 mg/l. Am Zusammenfluss mit der Werra in Hann. Münden beträgt die Nitratkonzentration 20,3 mg/l.

Der VSR gebe seine Messwerte in Form von Nitrat an, erläutert Otto Wilhelm Vicum vom Regierungspräsidium Kassel. Bei Oberflächengewässern sei jedoch die Angabe in Nitratstickstoffkonzentrationen (Nitrat-N) üblich, also die Menge an Stickstoff, welche in der Menge Nitrat vorhanden ist. Sämtliche Messwerte des Vereins müssten deshalb um den Faktor 0,226 nach unten korrigiert werden.

Die VSR- Werte schwanken demnach zwischen 1,2 mg/l und 4,5 mg/l. Der umgerechnete Nitrat-N-Gesamtwert aus der Trinkwasserverordnung von 11,3 mg/l werde weder in den Messungen des Vereins noch denen des Landes Hessen überschritten, betont Vicum. Allerdings liegen die Werte über der Empfehlung der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser, nach der Flüsse zumindest an der Mündung die Nitratstickstiffkonzentration von 2,8 mg/l nicht überschreiten sollen.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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Quelle: HNA

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