Auseinandersetzung um Lokschuppen: Keine Einigung zwischen Förderverein und Stadt

Gespräche gescheitert

Blick von der Gilfershäuser Straße, Höhe Thomas-Mann-Straße, nach Westen: Links im Bild ist noch der Lokschuppen zu sehen. Dort entlang soll ein Treppenaufgang entstehen. Vorn rechts ist jetzt eine Baustellenzufahrt. Dort wird später eine zweite Zufahrt zum P+R Ost gebaut. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Bebra. Zur Frage des Erhalts des Lokschuppens II am Bahnhof Bebra soll Ende April eine Entscheidung fallen. Bürgermeister Horst Groß kündigte eine Vorlage für die Parlamentssitzung am 25. April an. Darin werde der Magistrat erklären, dass die Verhandlungen mit dem Verein Industriedenkmal Bahnhof Bebra gescheitert seien.

Der Verein setzt sich für den Erhalt des Lokschuppens ein, der samt Segmentdrehscheibe betriebsfähig wieder hergerichtet werden soll. Für Groß gibt es nur drei Möglichkeiten: den Abbruch, den Erhalt der Frontansicht als Industriedenkmal und der Drehscheibe als Attrappe oder den betriebsfähigen Erhalt. „Der ist meiner Ansicht nach nicht zu machen“, sagte der Bürgermeister, der den Magistrat hinter sich weiß.

Wegeführung ist Problem

Strittig ist zwischen der Stadt und dem Verein vor allem die Wegeführung am Lokschuppen. Diese sei von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden. Vorrang habe zudem der behindertengerechte Ausbau des Bahnhofs, der sich nicht mit einem Weg hinter dem Lokschuppen vereinbaren lasse. Die Wegeführung sei mit der Bahn abgesprochen, und dieser Plan könne nicht verändert werden, erklärte Groß.

Der Vorschlag, Fußgänger und Loks könnten sich bei Betrieb von Dampfloks abwechseln, lehne der Verein ab, weil dann kein Regelbetrieb möglich sei. Von städtischer Seite bezweifelt man aber, dass „aus dem zarten Traum ein Regelbetrieb wird“, wie Bauamtsleiter Manfred Klöpfel es ausdrückt. Dazu fehlen laut Bürgermeister auch ein Kohle- und ein Schlackenlager.

Zudem gebe es einen Beschluss des Parlaments, nach dem auf die Stadt keine weiteren Kosten zukommen dürfen, sagte Groß. Der vorliegende Finanzplan des Vereins könne ebenfalls nicht akzeptiert werden, und die geforderte altlastenfreie Übergabe von der Stadt an den Verein sei nicht möglich. Das Gelände müsse versiegelt werden. Graben sei nicht möglich.

Der Bürgermeister erläuterte die Vorstellungen des Magistrats zum Lokschuppen. Danach solle dieser als Denkmal von der Frontseite her erhalten bleiben, ebenso die Drehscheibe vor dem Gebäude.

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Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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