Auseinandersetzung um die Nachfolge des verstorbenen Hausarztes Stegmann

Geschlossene Praxis dient Rotenburger Arzt als ausgelagerte Praxisstätte

H.-Josef Strotmann

Heinebach. In der Auseinandersetzung um die Nachfolge des verstorbenen Heinebacher Hausarztes Dr. Walter Stegmann ergreift nun der Rotenburger Mediziner Dr. Hermann-Josef Strotmann die Initiative.

Der Geschäftsführer des Facharztzentrums Rotenburg hat in der geschlossenen Praxis in Heinebach eine ausgelagerte Praxisstätte eröffnet.

Der Internist Strotmann hatte sich mit seiner Rotenburger Kollegin Dr. Claudia Szabo für den Heinebacher Arztsitz beworben und war auch von Stegmanns Witwe Sylvia favorisiert worden. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) sprach jedoch der Gemeinschaftspraxis von Dr. Jörg Merkel den Arztsitz zu.

Strotmann und Szabo werden ab sofort in der geschlossenen Praxis Stegmann Hausarztpatienten behandeln, die sich zuvor im Facharztzentrum Rotenburg einen Termin besorgt haben. „Der Bedarf ist da, und deshalb wollen wir denjenigen Patienten helfen, die derzeit keinen Hausarzt haben“, sagte Strotmann gegenüber unserer Zeitung. In dieser Woche habe er bereits eine Sprechstunde während seines Notdienstes in Heinebach angeboten.

Möglich ist das laut Strotmann, weil er in den Praxisräumen Am Minnstück für hausärztliche Leistungen eine ausgelagerte Praxisstätte des Facharztzentrums eingerichtet hat. Im Unterschied zu einer Zweigpraxis muss das nicht von der KV genehmigt werden. Dafür darf es in der Heinebacher Praxis keine offene Sprechstunde geben - alle Patienten müssen sich zuerst an das Facharztzentrum in Rotenburg wenden, das in der Rodenberg-Klinik sitzt und selbst einen Hausarztsitz hält. Weil bestimmte hausärztliche Leistungen nun in Heinebach erbracht werden, dürfen sie in Rotenburg nicht mehr angeboten werden. Doch das sei in der Vergangenheit ohnehin nicht nötig gewesen, da das Facharztzentrum keine Konkurrenz zu den Rotenburger Hausärzte sei, sagte Strotmann.

Die „ausgelagerte Praxisstätte“ sieht er als einen ersten Schritt zum dauerhaften Bestand der zweiten Arztpraxis in Heinebach. Strotmann will abwarten, bis die KV ihre Entscheidung gegen ihn schriftlich begründet hat. Dann wolle er seine weiteren Schritte prüfen.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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