Keine Bewährung - Täter muss drei Jahre ins Gefängnis

Gericht bestätigt Haftstrafe für sexuellen Missbrauch

Fulda/Nentershausen. Ein heute 24 Jahre alter Handwerker aus Nentershausen muss für drei Jahre in Haft. Das Landgericht Fulda verurteilte ihn am Donnerstag, weil er von 2003 bis 2011 fünf Jungen in 18 Fällen sexuell missbraucht hatte.

Damit bestätigte die Erste Strafkammer im wesentlichen das Urteil der Zweiten Strafkammer von vor genau einem Jahr. Die Zweite Kammer hatte den Mann zu drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Angeklagte nahm das Urteil ohne jede äußere Regung hin. Sein Verteidiger, der Bielefelder Anwalt Dr. Holger Rostek, kündigte noch im Gerichtssaal Revision an.

Die neue Verhandlung war notwendig geworden, weil der Bundesgerichtshof (BGH) die erste Verurteilung des Angeklagten zum Teil aufgehoben hatte. Der BGH hatte moniert, dass das Gericht in vier Fällen nicht festgestellt habe, ob die Opfer unter Gewaltanwendung missbraucht wurden oder ohne Gewaltanwendung. In diesen Fällen handelte es sich jeweils um den Missbrauch von Jugendlichen.

Das Gericht entschied mit Zustimmung aller Beteiligten, dass das Verfahren in diesen vier Fällen eingestellt wird. Damit reduzierte sich die Zahl der angeklagten Taten von 22 auf 18.

Die Erste Kammer folgte in ihrem Urteil in vollem Umfang dem Strafantrag von Staatsanwältin Christina Dern. Sie hatte eingeräumt, dass sich die Persönlichkeit des Angeklagten seit seiner Festnahme 2011 positiv entwickelt habe. Doch habe der Angeklagte durch seine Taten schwere Schuld auf sich geladen. Das Gericht müsse ein „deutliches Zeichen“ setzen, weil die Taten für die Opfer extrem belastend gewesen seien und dies zum Teil heute noch sind.

Der Verteidiger verwies hingegen darauf, dass der Angeklagte mit dem jungen Mann, der die Jungen sexuell missbrauchte, nichts mehr zu tun habe. „Er ist ein ganz anderer Mensch geworden“, rief Rostek aus. (vn)

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Quelle: HNA

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