Gereizte Stimmung bei Infoabend: Machtlos soll Erholungsort bleiben

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Machtlos. Eine Mehrheit der Machtloser Bürger möchte, dass der Ort das Prädikat „Erholungsort" behält. Allerdings war die Atmosphäre bei einer Versammlung zu diesem Thema im Dorfgemeinschaftshaus gereizt.

Das Prädikat „Erholungsort“ trägt Machtlos seit 1983. Es kennzeichnet Orte, die sich wegen landschaftlicher und klimatischer Bedingungen zur Erholung eignen und eine auf den Tourismus gerichtete Infrastruktur aufweisen. Das staatliche Prädikat ist die Voraussetzung für die Gemeinde, Kurtaxe erheben zu dürfen, erklärte Bürgermeister Markus Becker. Für die Gemeinde Ronshausen seien das Einnahmen von jährlich 10.000 bis 14.000 Euro.

Im kommenden Jahr müsste sich der Ort einem Gutachten unterziehen, um das Prädikat zu behalten, das jeweils für zehn Jahre verliehen wird. Momentan erfüllt Machtlos nicht alle vom Ministerium vorgegebenen Kriterien. Daher warb Becker zusammen mit Helmut Miska vom Heimat- und Verkehrsverein und Stefan Hesse von der Erlebnisregion Mittleres Fuldatal bei den Machtlosern dafür, sich für den Erhalt des Prädikats einzusetzen.

Die Ansprüche der Gutachter an das Erscheinungsbild des Ortes seien hoch, erklärte Bürgermeister Becker und versprach die Unterstützung des Bauhofs: „Wir werden unsere Hausaufgaben machen.“

Mitgebracht hatte er eine detaillierte Auflistung der Aufgaben, die von Bürgern erledigt werden müssten. Dazu zählen Arbeiten im Dorf, etwa die Befreiung des Dorfplatzes von Unkraut oder die Reinigung der Bushaltestelle. Gestelle von Informationswänden an Wanderparkplätzen müssen gestrichen, Bänke repariert, Wanderwege nachmarkiert werden. Hinter der Schutzhütte am Strutsberg, schlug Becker vor, solle eine Bank mit Blick auf den Ort aufgestellt werden.

Kritische Zwischenrufe 

Kritische Zwischenrufe gab es während Beckers Vortrag. Die Gemeinde kümmere sich nicht um den Zustand von Parkplätzen, warf eine Frau dem Bürgermeister vor. Andere Besucher beklagten das Fehlen eines Mobilfunknetzes in Machtlos. Der Handy-Empfang sei weitaus relevanter für die Attraktivität des Ortes als das Erholungsort-Prädikat, sagte Herbert Kiel vom Vorstand der Genossenschaft für Parkpflege des Feriendorfs.

 Von Achim Meyer  

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Quelle: HNA

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