Waltersberg bei Herfa: CDU-Bundestagsabegeordneter Heiderich unterstützt Gegner des Vorhabens

Das geplante Windkraft-Projekt prüfen

Stiller Protest: Auf dem Waltersberg bei Herfa sollen zehn Windkraftanlagen wachsen. CDU-Bundestagsabegeordneter Helmut Heiderich unterstützt die Gegner. Archivfoto: dpa

Herfa. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich aus Lautenhausen unterstützt Bürger aus Herfa im Kampf gegen ein geplantes Windkraft-Projekt auf dem Waltersberg zwischen Herfa und Unterneurode.

50 Millionen-Euro-Projekt

Dort will die Firma Enercon GmbH aus Burgwedel 50 Millionen Euro in zehn Windräder investieren. Enercon-Wunschtermin zur Errichtung der Anlagen ist der Sommer. Jedoch ist seitens des Regierungspräsidiums noch nicht über die immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsanträge entschieden worden. Diese liegen seit Oktober 2013 bei der Behörde in Kassel.

„Es ist keine demokratisch haltbare Situation, wenn Bürgerinteressen gegen geplante Windparks nur dann durchsetzbar sind, wenn es sich um größere Kommunen – wie zum Beispiel Bad Hersfeld – handelt oder engagierte Bürger genug Geld aufbringen können“, betont der heimische Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich.

Selbst betroffen?

Deshalb unterstütze der CDU-Politiker die Anliegen von Bürgern des kleinen Heringer Ortes Herfa, an dessen Südseite einer der größten Windparks Hessens entstehen soll. „Die Bewohner verweisen darauf, dass gegenüber der in den Jahren 2009/10 vorgestellten Anlagengröße nun Windräder mit einer Höhe von 200 Metern errichtet werden sollen. Dies sei eine vielfach höhere Belastung für Mensch und Umwelt“, führt Heiderich weiter aus, der von seinem Wohnhaus in Lautenhausen ebenfalls direkt auf die zehn geplanten Anlagen auf dem Waltersberg blicken würde.

Die Bürger hätten in diesem Jahr sogar das Vorkommen des Schwarzstorchs bei der Nahrungsaufnahme fotografiert und der Genehmigungsbehörde zur Kenntnis gegeben. Inzwischen hätten auch viele Herfaer den Eindruck gewonnen, dass die von der Betreiberfirma Enercon verfassten Gutachten die Wirklichkeit nur sehr einseitig abbildeten.

„Allerdings kann sich in diesem kleinen Ort niemand ein spezielles Anwaltsbüro leisten, noch ist man in der Lage, Zehntausende von Euro zu sammeln, um sich vor Gericht durchzusetzen“, erläutert Heiderich.

In einem Brief an Regierungspräsident Walter Lübke fordert der Bundestagsabgeordnete deshalb ein transparenteres Vorgehen. „Das Verfahren sollte so lange angehalten werden, bis die offenen Fragen der Bürger geklärt wurden.“ Außerdem bittet Heiderich um Einholung eines Gegengutachtens durch die Genehmigungsbehörde selbst, um objektive Voraussetzungen für die Beurteilung zu schaffen.

Von Mario Reymond

Quelle: HNA

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