Kasernenschließung, Ortsumgehung, hohe Schulden und das Hallenbad beschäftigen den Bürgermeister

Genug zu tun mit heißen Themen

Rotenburg. Man kann sich einen besseren Start vorstellen. Doch einen Monat, nachdem Christian Grunwald am 25. September 2011 mit 59,5 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt worden war, verkündete der Verteidigungsminister das Aus für den Bundeswehrstandort Rotenburg. Noch vor seinem Amtsantritt am 20. März dieses Jahres begann Grunwald, an der Weichenstellung für die künftige Nutzung der Alheimer-Kaserne mitzuarbeiten.

Die Kasernenschließung im ersten Quartal 2016 hat ein weiteres heißes Thema befördert: Den lange geplanten Bau der B-83-Ortsumgehung Lis-penhausen zur besseren Verkehrserschließung des künftigen Gewerbegebietes.

Widerstand in Lispenhausen

Die Ortsumgehung wird kommen, ist der Bürgermeister überzeugt, der selbst mit seiner Familie in Lispenhausen wohnt. Dort regt sich aber auch Widerstand derer, die am südlichen Ortsrand wohnen und die neue Umgehungstraße vor die Nase bekommen sollen. Grunwald will die Bedenken ernst nehmen, offen reden und „das Dorf sich nicht entzweien lassen.“ Er sagt aber klipp und klar: „Der Verkehr muss raus aus dem Dorf.“ Und verschweigt nicht, dass die Bewohner am südlichen Ortsrand Einbußen hinnehmen und auf den unverstellten Blick ins Fuldatal verzichten müssten.

Die Stadt Rotenburg wird Ende 2012 mit mehr als 37 Millionen Euro in der Kreide stehen. Grunwald will Schulden abbauen, und er will die Stadt unter den Schutzschirm des Landes für hochverschuldete Kommunen bringen. Hessen würde dann elf Millionen der Rotenburger Schulden übernehmen. Im Gegenzug muss die Fuldastadt eisern sparen. „Aber wir wollen dabei nicht die Seele unserer Stadt verkaufen“, sagt Grunwald.

Die Dauerbaustelle Hallenbad ist ein weiteres heißes Eisen, das der Bürgermeister angepackt hat. Das seit 2010 geschlossene Bad sollte zum Saisonstart im September dieses Jahres endlich fertig sein. Doch daraus wird schon wieser nichts. Der Schwimmverein Neptun wird sein Schwimmfest Anfang September nicht im grundlegend sanierten und renovierten Hallenbad feiern können. Jetzt könnte es Ende Oktober werden, bis die Badeanstalt wieder öffnet. Der Bürgermeister will Druck machen: „Wir können uns als Stadt nicht ständig an der Nase herumführen lassen.“ (ach)

Quelle: HNA

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