Meckbacher Mordprozess: Mutter und Tochter belasten den Freund

Fulda/Meckbach. Im Meckbacher Mordprozess vor dem Landgericht Fulda haben sich die Angeklagten gegenseitig belastet. Die Ehefrau des im Bett erstickten 57-Jährigen und seine Tochter sagten, der Freund der Tochter habe das Opfer allein getötet.

Beide Frauen hätten den Tatort vor dem Tod des Opfers verlassen. Der Freund sagte, der Impuls zu dem Mord sei von der Mutter gekommen. Die drei Angeklagten hätten den Angeklagten bis zu dessen Tod gemeinsam erstickt.

Die Angeklagten – die 40-Jährige Ehefrau, ihre 18 Jahre alte Tochter und der 20 Jahre alte Freund – waren sich am Montag in ihren Aussagen in einem Punkt einig: Das spätere Opfer habe seine Familie unterdrückt. Die Tochter habe er an ihrem 18. Geburtstag faktisch aus dem Haus geworfen.

Schon Tage vor der Tat schickten sich Mutter und Tochter nachweislich Textnachrichten auf ihre Handys, wie man den Vater töten könnten: Etwa indem man ihn vergifte oder ersticke. Die Tochter sagte am Montag, das seien bloße Ideen gewesen. Sie habe nie ernsthaft geplant, ihren Vater zu töten.

Viel Bier getrunken

In den Stunden vor der Tat, berichtete die Mutter, hätten die Eheleute in der eigenen Wohnung viel Bier getrunken und viel gestritten. Der Vater habe sich am frühen Abend zu Bett gelegt. Die Tochter und ihr Freund weilten in der Wohnung, um die Mutter um Geld zu bitten. Diese klagte, wie sie sehr wieder beschimpft und erniedrigt worden sei. „Dann wurde gesagt, wenn er nicht da wäre ginge es leichter“, beschrieb die Mutter den gemeinsamen Mordplan.

Vereint betraten die drei Angeklagten das Schlafzimmer des Opfers und begannen gemeinsam, den Vater mit einem Kissen zu ersticken. Bis zu diesem Punkt stimmen die Schilderungen der Angeklagten überein.

Die Mutter sagte aus, ihr Mann sei von dem Angriff wachgeworden und habe ihr in die Augen gesehen. Sofort habe sie von ihrem Tun abgelassenund das Schlafzimmer verlassen. Einige Minuten später habe sie den Freund sagen hören: „Jetzt ist er tot.“

Die Tochter berichtete, die Mutter habe bei ihrer Ankunft geklagt, sie ertrage ihr Schicksal nicht mehr. „Dann stand die Idee im Raum, den Vater zu töten. Wer die Idee hatte, will ich nicht sagen“, sagte die Tochter aus. Sie räumte ein, dass sie den Vater nicht nur festgehalten, sondern auch an seinem Ersticken mitgewirkt habe. Fünf bis zehn Minuten nach Beginn des Erstickens habe die Mutter gerufen: „Hört auf, hört auf!“.

Daraufhin habe die Tochter ihrem Freund zugerufen: „Hör auf –oder mach so schnell du kannst, damit er nicht so lange leidet.“ Selbst habe die Tochter den Raum verlassen. Zwei bis drei Minuten später habe der Freund aus dem Zimmer heraus gerufen: „Er ist tot.“ Sie habe zwar nicht an der entscheidenden Phase des Tötens mitgewirkt, dennoch fühle sie sich als Mörderin und habe ihrem Freund deshalb kurz nach der Tat gesagt: „Mit diesem Mord kann ich nicht leben.“

Von Volker Nies

Quelle: HNA

Kommentare