Gemeinsam gegen die Gleichstromtrasse

Neuenstein. Die hessischen Städte und Gemeinden, die von der geplanten Gleichstromtrasse Suedlink, die Windstrom aus Norddeutschland zu den Wirtschaftszentren im Süden des Landes transportieren soll, betroffen sind, haben sich zusammengeschlossen.

Gestern fand ein erstes Treffen auf Schloss Neuenstein statt, bei dem Bürgermeister oder ihre Vertreter von Breuna bis Petersberg zusammenkamen.

Gleichzeitig trafen sich auch Vertreter der Bürgerinitiativen, die sich inzwischen gegen Suedlink gebildet haben. Einig sind sich die Verwaltungschefs und ihre Bürger in der grundsätzlichen Kritik an dem Projekt: „Das Verfahren ist undemokratisch. Wir fühlen uns überrumpelt“ schimpfte Bürgermeister Jörg Müller aus Knüllwald. Sein Kollege Schwittersen aus Petersberg bei Fulda kritisierte eine Überbündelung: Seine Gemeinde müsse schon mit Autobahn, Eisenbahn, Wingas, der Salzleitung und einer Stromtrasse leben, jetzt komme auch noch Suedlink dazu. „Man denkt zu wenig an die Alternativen zum Leitungsbau“, ist Schwittersen überzeugt. Es müsste mehr in die weitere Erforschung der Methanisierung, also der Umwandlung von Energie aus Strom in Gas, gesteckt werden.

Einig sind sich die Bürgermeister und Gemeindevertreter darin, dass sie geschlossen hinter den Bürgerinitiativen stehen. Sie wünschen sich aber ihrerseits Rückendeckung für ihre Forderungen von den Landräten sowie Landtags- und Bundestagsabgeordneten. Die Bürgermeister fordern, dass die Leitung, wenn sie denn gebaut werden muss, als kleineres Übel unter die Erde verlegt wird. Sie wollen verlässliche Mindestabstände von 400 Metern zur Wohnbebauung und halten es für zwingend notwendig, dass die Auswirkungen von Gleichstrom auf den menschlichen Organismus erforscht werden.

Von Christine Zacharias

Quelle: HNA

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