Wildecker Bürgermeister seit über zehn Monaten krank

Gemeinde will Grau in Ruhestand versetzen

Jürgen Grau

Wildeck. Die Gemeinde Wildeck macht ernst: Sie will Bürgermeister Jürgen Grau für dienstunfähig erklären und in den Ruhestand versetzen. Der Grund: Der 57-jährige parteilose Verwaltungschef ist seit dem 26. September 2012 krank geschrieben.

Dieser Zustand ist für die Gemeinde auf längere Sicht untragbar. Das teilte der Beigeordnete Steffen Sauer auf Anfrage mit.

Der Gemeindevorstand als Dienstherr hat dem Bürgermeister vor kurzem offiziell angekündigt, dass die Gemeinde Wildeck ihn für dienstunfähig erklären wird. Grau hat jetzt bis Ende nächster Woche Zeit, eine Stellungnahme zu dieser Ankündigung abzugeben.

Bereits im April hatte der Gemeindevorstand ein amtsärztliches Gutachten angefordert, das klären sollte ob und wann Grau wieder dienstfähig ist. Ein solches Gutachten liegt bis heute nicht vor.

„Alle Ehrenamtlichen sind stark engagiert, aber sie kommen mittlerweile auch an ihre Grenzen“, erläuterte der Beigeordnete Sauer die Entscheidung des Gemeindevorstands. Eine Gemeinde müsse nicht nur geführt, sondern auch weiterentwickelt werden. „Ehrenamtliche können eine Gemeinde für eine betimmte Zeit zwar führen, sie aber nicht weiterentwickeln - schon aus zeitlichen Gründen“, betonte Sauer.

Die Ehrenamtlichen müssen von ihren Arbeitgebern freigestellt werden für die Zeit, in der sie für die Gemeinde Wildeck arbeiten.

Jürgen Grau war bei der Wahl Ende September 2009 von den Wildecker Bürgern mit klarer Mehrheit (70,8 Prozent) im Amt bestätigt worden. Eine reguläre Amtszeit dauert sechs Jahre.

Der Bürgermeister selbst stand für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung.

Von René Dupont

Quelle: HNA

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