Entscheidung über Projektgesellschaft fällt im Januar

Gemeinde Cornberg sucht Partner für die Windkraft

Cornberg. Mit welcher Projekt-Firma wird die Gemeinde Cornberg ihre Windkraftpläne realisieren? Im Januar müssen die Gemeindevertreter darüber entscheiden. Die beiden Firmen PNE Wind AG und Juwi hatten sich und ihre Pläne in der jüngsten Parlamentssitzung noch einmal vorgestellt.

Vertragsentwürfe sollen der Gemeinde von beiden Firmen zugeschickt werden. Erst nach gründlicher Prüfung wird entschieden.

Juwi hat bereits das Vertrauen der Stadt Rotenburg bekommen und möchte die Windkraftanlagen auf der Franzosenstraße für beide Kommunen zusammen entwickeln. Juwi sieht derzeit die Möglichkeit, fünf Anlagen auf Rotenburger Seite und sieben auf der Cornberger aufzustellen, erklärte Volker Wilhelm von der Projektentwicklung. Auch bei Mitbewerber PNE wurden diese Zahlen genannt. Die Cornberger Seite sei jedoch vom Wind her die attraktivere, hieß es. Was letztendlich realisiert werden kann, ist noch völlig offen. Viele Untersuchungen müssen noch vorgenommen werden, außerdem geht es um Grundstückskauf und -tausch. Weitere Firmen im Spiel Private Grundstücksbesitzer haben bereits Vorverträge mit Projektierern abgeschlossen, wurde in der Sitzung deutlich.

Neben den beiden, die sich um Gemeindegrundstücke bewerben, sind noch weitere Firmen im Spiel. Das wirft Fragen auf: Was passiert, wenn Grundstücke im Zuge der Voruntersuchungen aus der Planung fallen, dafür welche benötigt werden, auf die andere Projektierer Zugriff haben? "Dann wird untereinander getauscht", hieß es. Es sei völlig üblich in der Branche, dass Grundstücke getauscht würden, da es immer mehrere Projektierer gibt. Keiner wolle das Projekt sperren. Eine Bürgerbeteiligung wollen sowohl Juwi als auch PNE ermöglichen.

Auch eine sogenannte Pool-Lösung für die Pacht kommt für beide infrage. Das heißt, Pacht bekämen auch die Grundstückseigner, deren Flächen nur am Rand von einer Windkraftanlage beeinträchtigt würde. Die Pool-Lösung soll für eine möglichst hohe Akzeptanz der Windräder in der Bevölkerung sorgen. Juwi-Vertreter Wilhelm sprach von einem "gerechten, demokratischen Modell". Dass die Gemeinde sich aus dem Strom der lokalen Windkraftanlagen zum Teil selbst versorgt, also ein Bürgerstrom-Versorgungsmodell möglich sei, hieß es noch bei PNE. Gemeindevertretungsvorsitzender Achim Scholz hatte schon zu Beginn gesagt, dass eine Lösung bevorzugt werden soll, von der möglichst viele Beteiligte profitieren können. Profitieren könne die Gemeinde auch durch Vergütungen für die Kabeltrasse und den Wegebau sowie die Wegeunterhaltung, durch die Einnahme von Gewerbesteuer und durch Sachwerte wie zum Beispiel Aufforstung.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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