Vereine müssen Veranstaltungen seit Monatsbeginn selbst melden

Gema streicht die Rabatte für Gemeinden

Hersfeld-Rotenburg. Mehr Aufwand und Kosten haben seit Monatsbeginn Organisatoren von Veranstaltungen, bei denen Musik gespielt wird, bei der Meldung an die Gema.

Die Musikrechteverwaltungsgesellschaft hat eine Vereinbarung mit den hessichen Kommunen gekündigt. Bisher konnten Veranstaltungen zentral über die Gemeindeverwaltung gemeldet werden. Die Kommunen nahmen der Gema einen Teil des Verwaltungsaufwandes ab. Im Gegenzug erhielten sie Preisnachlässe von 10 Prozent auf die Grundtarife und weitere 20 Prozent Nachlass über den hessischen Städte- und Gemeindebund, der Vertragspartner der Gema ist.

Die Vereinbarung, die es so nur in Hessen und einigen Orten im Saarland und in Rheinland-Pfalz gegeben habe, sei ungerecht gegenüber anderen Gesamtvertragspartnern, erklärt Gema-Sprecherin Gaby Schilcher. Dadurch hätten Nichtmitglieder teilweise weniger bezahlt als Mitglieder. Durch das Internet sei es heute zudem einfacher, Veranstaltungen anzumelden.

Die Sprecherin räumt ein, dass die Gema durch die Neuregelung auch Mehreinnahmen erziele. Über die Mitgliedschaft bei Vertragspartnern, zu denen etwa Sportbund, Kirchen oder Einzelhandelsverband zählen, könnten Veranstalter noch immer 20 Prozent Rabatt bekommen.

Die Werbegemeinschaft Philippsthal musste ihren Oldtimertag am 1. Juni erstmals direkt bei der Gema anmelden. „Für uns ist das noch zu schultern. Aber kleine Vereine, die nur gelegentlich Feste organisieren, kommen schnell an ihre Grenzen“, sagt der Vorsitzende Uwe Kondziella. Auf viele gewerbliche Veranstalter hat die Änderung kaum Auswirkungen. „Ich habe meine Feste schon immer direkt bei der Gema gemeldet, berichtet etwa Ursula Hieronymus, die unter anderem das Festzelt beim Rotenburger Strandfest bewirtschaftet. Zum Tage, Hintergrund, Seite 2

Von Jan-Christoph Eisenberg

Quelle: HNA

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