Regionalforum Hersfeld-Rotenburg lädt am Donnerstag, 5. Juli, zur Informationsveranstaltung ein

Es geht um Chancen für den Dorfladen

In Oberellenbach funktioniert’s: Ein Dorfladen existiert seit zehn Jahren. Im Bild Geschäftsführerin Anke Geißler mit einer Dose der HNA-Aktion Advent, an der sich das Dorfladen-Team regelmäßig beteiligt. Archivfoto: Henkel

Lispenhausen. „Laden zu und nun?“ Um Dorfläden und Nahversorgung mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs im ländlichen Raum geht es am Donnerstag, 5. Juli, von 19 bis 21 Uhr im Bürgerzentrum Lispenhausen (Schulstraße 16).

Es geht um die Frage, wie der Betrieb eines Ladens im Dorf überhaupt noch möglich ist und wie sich Bürger engagieren können, den Einlaufsladen zu erhalten oder neue Strukturen aufzubauen.

Weil Ladengeschäfte vor allem in kleinen Orten kaum mehr wirtschaftlich sind, müssen sie schließen. Die Umsätze sind gering, ein gesichertes Einkommen für die Ladenbetreiber ist oft nicht zu erzielen. Auch Metzger oder Bäcker, Post- und Bank-Dienstleistungen sind für ältere Menschen oft nicht mehr erreichbar.

Heiner Dippel, Fachberater im Einzelhandel, wird sich am Donnerstag in seinem Beitrag konstruktiv, aber auch kritisch mit der Ladenansiedlung und dem Strukturwandel im ländlichen Raum beschäftigen. Dabei geht es auch darum, wie hoch der Umsatz sein muss, damit ein Händler von seinem Betrieb leben kann und wie viele Menschen dort einkaufen müssen, damit der Laden am Markt bestehen kann.

Knut John von der Firma Tegut tellt das Konzept „Lädchen für alles“ vor, das in anderen Regionen in Nordhessen in den vergangenen Jahren bereits mehrfach als Modell für eine erfolgreiche Dorfladen-Ansiedlung umgesetzt wurde. Welche Partner muss man im Ort gewinnen, welche Dienstleistungen bietet ein „Lädchen für alles“ an? Als Lebensmittelladen und Treffpunkt, aber auch kombiniert mit anderen Dienstleistungen des täglichen Bedarfs will das Konzept bestehen.

Kurt-Georg Clobes von der Dorfladen GbR in Alheim-Oberellenbach beschreibt die Erfahrung eines kleinen Dorfladens, der sich bereits seit mehr als zehn Jahren am Markt behauptet und in Oberellenbach täglich die Bürger mit Waren des täglichen Bedarfs versorgt. Er zeigt Erfolgsfaktoren und Hemmnisse auf und beschreibt auch die Konkurrenz durch Discounter und Großmärkte in der Nähe.

Weiterhin sollen die Möglichkeiten von Liefer- und Fahrdiensten beleuchtet werden sowie die Möglichkeiten, verschiedene Dienstleistungsangebote zu bündeln, um damit ein Angebot im Dorf zu schaffen, das sich tragen kann. Berichtet wird auch, wie eine soziale Einrichtung zur Integration von Menschen in Arbeit den Aufbau und Betrieb eines Ladens im Dorf stützen kann. (ach)

Quelle: HNA

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