Selbsthilfegruppe nach Krebs in Bebra besteht seit 30 Jahren – Anlass für ein Fest

Gegenseitig Halt geben

Der Vorstand der Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs in Bebra, von links: Kassiererin Waltraud Vogt aus Breitenbach, 1. Vorsitzende Ursula Biehl aus Hönebach und 2. Vorsitzende Jutta Holl sowie Marlis Dingel vom Landesvorstand, Herbert Giese und weitere Gruppenmitglieder. Foto: Vöckel

BEBRA. Seit 30 Jahren gibt es die Selbsthilfegruppe nach Krebs in Bebra – das war ein Grund zum Feiern. „Wir bemühen uns, alles so gut wie möglich zu machen“, sagte die Vorsitzende der Gruppe, Ursula Biehl aus Hönebach.

Die Gruppe trifft sich alle zwei Wochen. Auch Männer gehören dazu. Zwei von ihnen wirkten sogar in der Feier im evangelischen Gemeindehaus mit: Herbert Giese und Karl-Heinz Ziegenbein. Sie sangen das Lied „Ich bin kein Bajazzo, bin auch ein Mensch wie du“.

Auffangen nach dem Schock

Die Aufgaben und Ziele der Frauenselbsthilfe nach Krebs stellte Marlies Dingel vom Landesverband Hessen vor. Dazu zählen das Auffangen der Betroffenen nach dem Schock der Diagnose, sie zu informieren über Hilfen zur Krankheitsbewältigung sowie sie in ein Leben mit oder nach Krebs zu begleiten.

Die Grundlage der Beratungsarbeit sei es, Krebskranke durch menschliche Zuwendung in Einzelgesprächen und Aussprachen in den Selbsthilfegruppen zu unterstützen. Betroffene benötigten Hilfe, um zu lernen, mit dem Krebs zu leben und ihre Ängste zu überwinden.

Wichtig sei natürlich auch, Hoffnung zu vermitteln durch persönliche Erfahrungen und eigenes Erleben, erklärte Dingel weiter. Mit der Hilfe zur Selbsthilfe soll ferner die Lebensqualität verbessert, Isolation überwunden und Kreativität gefördert werden. Das alles werde in den Gruppen ehrenamtlich geleistet. Das verdiene Respekt, sagte die Finanzverwalterin des Landesverbandes.

„Sie geben sich seit 30 Jahren gegenseitig Halt und Kraft“, würdigte Bürgermeister Horst Groß die Arbeit der Bebraer Gruppe. Er selbst war zutiefst beeindruckt von der unbeschreiblichen Lebensfreude und dem Lebensmut der Mitglieder, erzählte er. Groß dankte für das bei vielen Besuchen in der Gruppe entgegengebrachte Vertrauen und die anregenden Gespräche: „Glauben Sie mir: Sie haben mir mehr gegeben, als Sie vielleicht denken“, sagt der im Frühjahr in den Ruhestand gehende Bürgermeister.

Eine Andacht gestaltete Pfarrer Johannes Nolte. Farbtupfer ins Programm setzten die Tanzgruppe des Hausfrauenvereins Bebra mit der Amanda, die den Boden blank macht, Jutta Holl und Waltraud Vogt im Sketch von der Stadt- und der Landfrau sowie Lieselotte Ossig mit einer „wegwerfenden“ Gymnastik. (zvk)

Quelle: HNA

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