Kundgebung gegen Steuerverschwendung

Fast 1000 Menschen protestieren für die Alheimer-Kaserne

Rotenburg. Es war eine Demonstration der Geschlossenheit: Annähernd 1000 Menschen aus dem ganzen Kreisgebiet und aus allen Parteien haben am Samstag gegen die Schließung der Alheimer-Kaserne protestiert.

Die Kreisstraße nach Dickenrück war wegen der Kundgebung vor dem Kasernentor über eine Stunde lang gesperrt. Auf ausliegenden Listen unterschrieben 884 Menschen gegen die Verschwendung von Steuergeld.

Die Alheimer-Kaserne soll Ende des Jahres geschlossen werden, obwohl sie in den vergangenen Jahren für 40 Millionen Euro saniert wurde. Dafür müssen andere marode Kasernen erst noch teuer modernisiert werden.

„Es ist an der Zeit, auf die Straße zu gehen und deutliche Worte für diesen Unsinn zu finden“, sagte der ungewohnt kämpferische Rotenburger Bürgermeister Christian Grunwald (CDU). Er hatte mit seinem Alheimer Kollegen Georg Lüdtke (SPD) zu der Kundgebung aufgerufen.

Wollen für den Erhalt der Kaserne kämpfen: Wolfgang Schneider, Geschäftsführer der von Bundeswehroffizieren gegründeten Aktion für behinderte Menschen Hersfeld-Rotenburg, und Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald vor dem Tor der Alheimer-Kaserne.

Von der Resonanz zeigte sich Grunwald überwältigt. Das sei das erhoffte Zeichen aus der Breite der Bevölkerung, dass er sich für den Kampf für die Kaserne erhofft habe. Mit dieser Unterstützung im Rücken werde man nach Berlin fahren, wenn nicht auf den Vorschlag eines Runden Tischs eingegangen werde. „Kommen Sie nicht zu uns, dann kommen wir nach Berlin“, rief Grunwald.

Den Runden Tisch hatte Staatsminister Michael Roth (SPD) in dieser Woche der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vorgeschlagen. Er freute sich, dass nun endlich für die Kaserne gekämpft werde: „Es ist spät, aber es ist noch nicht zu spät.“ Die Fehlentscheidung könne noch revidiert werden.

Das unterstrichen auch die übrigen Redner, Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (CDU), der Bebraer Bürgermeister Uwe Hassl (parteilos) und der Vorsitzende des Traditionsverbands Panzergrenadierbataillon 51/52, Richard Slotty. Bundestagsabgeordneter Helmut Heiderich (CDU) verlangte, dass belastbare Baukostenschätzungen für die maroden nordhessischen Kasernen vorgelegt werden: „Solange wir nicht vergleichen können, darf man auch nichts schließen.“

Demo für Erhalt der Rotenburger Kaserne

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Quelle: HNA

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