Gegen den Bundestrend: 2013 weniger Insolvenzen

Dr. Rolf Schwarz

Hersfeld-Rotenburg. Den Unternehmen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg geht es offenbar besser als gedacht: Entgegen dem Bundestrend wurden im ersten Halbjahr 2013 etwa zehn Prozent weniger Insolvenzanträge gestellt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Dies teilte Dr. Rolf Schwarz, Leiter der Insolvenzabteilung am Amtsgericht Bad Hersfeld, auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Zwischen Januar und Juni wurden demnach beim Amtsgericht 41 Anträge von Firmen gestellt, die sich in finanziellen Schwierigkeiten befanden, darunter als größere Unternehmen einzelne Gesellschaften des DRK-Kreisverbandes Hersfeld und das Bebarer Möbelhaus Daube. „Beide Insolvenzen hatten mit der aktuellen konjunkturellen Lage nichts zu tun“, stellte Dr. Schwarz fest.

Während die Geschäfte beim Roten Kreuz neu geordnet und die Schieflage damit behoben werden konnte (unsere Zeitung berichtete), war der Fall Daube nach Einschätzung des Insolvenzrichters der Entwicklung in der Möbelbranche geschuldet.

In der ersten Hälfte des vergangenen Jahres waren noch 45 neue Anträge auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt worden.

Das seit 2012 auch bei uns mögliche Schutzschirmverfahren, das angeschlagene Unternehmen in Anspruch nehmen können, um sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums ohne Druck durch die Gläubiger wieder zu konsolidieren, kam beim Hersfelder Gericht noch nicht zur Andung.

Bei den Verbraucherinsolvenzen, die Privatleute zur Entschuldung anmelden können, blieb die Zahl etwa gleich. Die vom Gericht erteilten Restschuldbefreiungen verdoppelten sich auf 121. (ks)

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Quelle: HNA

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