Initiative gegen B 83-Ortsumgehung

Gefahr durch Hochwasser

Lispenhausen. Widerstand gegen die geplante B 83-Ortsumgehung Lispenhausen gibt es auch von der Rotenburger Interessengemeinschaft für Hochwasserschutz. „Wir lehnen eine Bebauung der Fuldaaue mit der Umgehungsstraße ab, weil sie dem Hochwasserschutz in Rotenburg entgegensteht“, erklärt Elfriede Huth.

Durch die Klimaveränderung würden extreme Wetterlagen häufiger auftreten. „Wir müssen damit rechnen, dass Hochwasserereignisse uns schlimmer treffen können, als wir es uns heute vorstellen“. Die geplante Trassenführung werde dazu führen, dass die Hochwassergefahr für Rotenburg größer werde.

Die Interessengemeinschaft nennt folgende Kritikpunkte:

• Die Fulda werde in ihren Auen eingeengt, wenn die Umgehungsstraße gebaut sei. Pegelstände und Fließgeschwindigkeit würden sich erhöhen.

• Die geplante Umgehungsstraße solle als hoher Damm ausgelegt werden.

• Flussabwärts, in Richtung Rotenburg, sollen Brücken über Bahn und Fulda gebaut werden, die bei Hochwasser den Fluss aufstauen würden.

• Wichtige Flächen, um Hochwasser zurückzuhalten, würden vernichtet.

Der Bau der Umgehungstrasse werde großen Einfluss auf die Hochwassersituation nehmen, gibt Elfriede Huth zu bedenken: „Insbesondere wird Rotenburg betroffen sein.“ Nach Auffassung der Interessengemeinschaft müsse die natürliche Abflussregulierung durch die Fuldaaue erhalten bleiben. „Die jahrzehntelange rücksichtslose Bebauung der Auen, insbesondere durch Industriegebiete und Straßen, hat dazu geführt, dass uns nur wenige Reserven verbleiben.“

Rotenburg liege in einem sehr engen Teil des Fuldatals. Es bestünden keine Möglichkeiten, bei extremen Wetterlagen dem Hochwasser zu entgehen. Die Gefahren ließen sich nur abmildern, wenn keine zusätzlichen Risiken geschaffen würden. Der Bau der Umgehungsstraße durch das betroffene Auengebiet sei nicht notwendig. Gefordert wird ein Umdenken. „Entweder muss eine andere Streckenführung, eine Untertunnelung oder die Aufgabe dieses Straßenprojektes die Lösung sein“, fordert Elfriede Huth. Man habe den Bundesverkehrsminister gebeten, dafür zu sorgen, dass eine Trasse durch die Fuldaaue nicht finanziert, genehmigt und umgesetzt werde.

Die Initiative für Hochwasserschutz sei nicht gegen eine bessere Verkehrsanbindung des Kasernengeländes. Dafür reiche es aber aus, wenn durch einen Tunnel oder eine umweltverträgliche Brücke vor Rotenburg eine bessere Straßenanbindung zur Kaserne geschaffen werde. (ach)

Quelle: HNA

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