Bürgermeister verteidigt Vorgehen

Gefällte Bäume: Hassl geht gegen Beschluss des Parlaments vor

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Auch hinter dem Rathaus: In der Kernstadt und den Stadtteilen von Bebra wurden Bäume gefällt.

Bebra. Bürgermeister Uwe Hassl beanstandet einen Beschluss der Bebraer Stadtverordneten Hintergrund sind die Bäume, die im ganzen Stadtgebiet gefällt worden sind.

Das Parlament hatte einstimmig gefordert, dass Baumfällungen besser abgestimmt werden und die Ortsbeiräte beteiligt werden müssen.

Hassl ist damit nicht einverstanden. Das Parlament greife damit in hoheitliche Aufgaben des Bürgermeisters ein, der für die Gefahrenabwehr in der Stadt zuständig ist, teilt Hassl mit.

Platanen seien zwar schön anzusehen, aber keine heimischen Bäume. Zudem gerieten sie schnell außer Kontrolle. „Seit Jahrzehnten sind die Platanen in Bebra nicht in ihrem Wuchs kontrolliert worden“, erklärt Hassl.

Die Platanen könnten zudem gar nicht mehr gepflegt werden, weil der Bauhof keinen Hubsteiger habe und der angemietete Steiger nicht so hoch reiche. Auch seien die Bäume in zu enge Betoneinfassungen gepflanzt worden. Wurzeln hätten nicht nur das Pflaster erheblich beschädigt, sondern auch Privateigentum, zum Beispiel einen Öltank.

„Die Schadensbeseitigung und Eindämmung von weiteren Fremdschäden oblag mir daher nach dem Gesetz als Gefahrenabwehrbehörde“, sagt Hassl und warnt vor Schadensersatzansprüchen gegen die Stadt. Diese habe schon reparieren müssen, so etwa hinter dem Rathaus, um wieder eine gefahrlose Oberfläche herzustellen.

Hassl nimmt die Auseinandersetzung auch zum Anlass, grundsätzlich Kritik an den Stadtverordneten zu üben. Bebras Politiker stellten sich gerne als familienfreundlich dar, sagt Hassl, und weist auf Senioren hin, die mit Gehhilfen auf dem wegen der Baumwurzeln brüchigen Pflaster nicht zurechtkämen.

Er wirft „der Bebraner Politik“ Scheinheiligkeit vor. Sie sehe im Wahlkampf den Bürgermeister als ihren Gegner. Seinem Vorgänger Horst Groß (CDU) habe man nicht so übel mitgespielt, als er eine japanische Zierkirsche fällen lassen wollte. „Niemand kam damals auf die Idee, dem Bürgermeister Hoheitsaufgaben zu entziehen“, sagt Hassl.

„Ich möchte, dass man meine Ideen nicht von Anfang an negiert, nur weil sie von mir kommen“, so Hassl. Er werde in letzter Zeit so häufig „angezählt“, weil er nach Unterstützern in den kleinen Parteien suche, „die auch mit neuen Gesichtern aufwarten.“

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