Gefährliche Fußgängerfurt am Rotenburger Bahnhof: Markierungen ungültig

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Sieht gültig aus, gilt aber nicht: die Fußgängerfurt an der Gütenbahnhofstraße in Rotenburg. Der Rotenburger Jörg Burghardt sprach daraufhin die Stadtverwaltung an. Foto: Henkel

Rotenburg. Es sieht aus wie ein markierter Fußgängerüberweg am Rotenburger Bahnhof - unmittelbar vor der Auffahrt zum Rotenburg Center. Dort können Fußgänger, die etwa vom Waldweg kommen, die Straße Am Güterbahnhof queren, um aufs Bahnhofsgelände oder in die Innenstadt zu gelangen. Der Haken an der Sache:

Der Überweg ist so, wie er mit weißen Streifen auf den Asphalt aufgetragen und durch in den Asphalt eingelassene Pflastersteine markiert worden ist, nicht erlaubt und damit streng genommen völlig ungültig.

Kritische Situationen 

Das hat unser Leser Jörg Burghardt erkannt. Solche Furten sind, so zitiert Burghardt aus der Straßenverkehrsordnung, nur dort zulässig und wirksam, wo es beampelte Fußgängerüberwege gibt oder wo etwa Schülerlotsen im Einsatz sind. Beides sei aber im Wendehammer der Straße am Güterbahnhof nicht der Fall. Fußgänger hätten dort also keinen Vorrang, könnten dies aber glauben - es könnte zu kritischen Situationen kommen, glaubt Burghardt.

Der Rotenburger, der eigenem Bekunden nach „mit offenen Augen durch die Stadt geht“ und sich in der Straßenverkehrsordnung „einfach gut auskennt“, nahm Kontakt mit der Stadt auf.

Die gab ihm recht. Allerdings seien die Markierungen professionell aufgebracht und ließen sich nicht einfach demarkieren, sondern müssten abgefräst werden.

„Den Überweg gibt es schon seit Beginn der 90er-Jahre“, sagt Erste Stadträtin Ursula Ender. Nur die weißen Markierungen seien zusätzlich zu den Pflastersteinen aufgebracht worden. Veranlasst habe das der Investor des Rotenburg Centers - „in bester Absicht“, wie Ender sagt. Auch wenn Fußgänger hier laut Straßenverkehrsordnung offiziell keinen Vorrang hätten, so würden Autofahrer doch zumindest langsamer und vorsichtiger fahren, wenn sie die Markierungen sähen, glaubt die Stadträtin.

Wird beseitigt 

Dass der Investor, die Stuttgarter Sepa Projekt- und Entwicklungsgesellschaft, nun für die Beseitigung der Markierungen aufkommt, hält sie für unwahrscheinlich. Gleichwohl hat die Stadt in ihrem Schreiben Jörg Burghardt gegenüber angekündigt, dass die Markierungen verschwinden: „Die Kosten hierfür werden noch ermittelt, eine Demarkierung soll dann im Laufe der nächsten Monate erfolgen.“

Von Rainer Henkel

Quelle: HNA

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