Stiftung Adam von Trott Imshausen und SPD-Unterkreis Rotenburg laden für Samstag, 20. Juli, zum Erinnern ein

Gedenkfeier am Kreuz zum Hitler-Attentat

Imshausen. Die Stiftung Adam von Trott Imshausen und der SPD-Unterkreis Rotenburg laden für Samstag, 20. Juli, ab 18 Uhr zur Gedenkfeier anlässlich des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler an das Gedenkkreuz oberhalb des Dorfes Imshausen ein. Seit 1984 finden hier am 20. Juli Gedenkfeiern statt.

„Ich meine, dass wir hier sind, um uns von diesem Freundeskreis, diesen Menschen des Widerstands in unserem heutigen Mühen mit unseren heutigen Konflikten eine Art Wegweisung zu holen.“ Dieser Satz, den Adam von Trotts Witwe Dr. Clarita von Trott zu Solz am Schluss ihres Grußwortes zum 60. Jahrestag des 20. Juli 1944 am Imshäuser Kreuz äußerte, habe bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung Adam von Trott.

Clarita von Trott ist Ende März verstorben. Sie hat ihre letzte Ruhestätte neben dem Gedenkkreuz gefunden. So sei es auch die Erinnerung an diese besondere Frau, die an diesem Tag eine wichtige Rolle spielen werde.

Theologe hält die Rede

Die Gedenkrede wird in diesem Jahr von dem Theologen Professor Dr. Martin Stöhr aus Bad Vilbel gehalten. Stöhrs besonderes Interesse gilt laut Mitteilung den jüdischen Wurzeln der christlichen Theologie, was sich nicht zuletzt an seinem Engagement für den christlich-jüdischen Dialog zeige. Von 1965 bis 1984 war er der evangelische Vorsitzende des „Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit“ (DKR). Unter seinem Vorsitz sprach sich der Rat bereits 1971 grundsätzlich für den Verzicht der Kirchen auf die sogenannte Judenmission aus.

Dabei unterzog Stöhr auch sonst von ihm geschätzte Persönlichkeiten wie den Widerstandskämpfer der Bekennenden Kirche, Martin Niemöller, einer Kritik wegen dessen Verhaftetsein in antisemitischen Denkmustern. Von 1990 bis 1998 war er Präsident des „International Council of Christians and Jews“ (ICCJ), dessen Ehrenpräsident er heute ist.

Martin Stöhr beteiligt sich an der Arbeit verschiedener Bewegungen und Institutionen, die Aufklärung, Dialog, Versöhnung zu ihren Optionen zählen. Er war auch in der bundesdeutschen Friedensbewegung aktiv. In den 1990er- Jahren übernahm er den Vorsitz in der Martin-Niemöller-Stiftung, deren Vorstand er bis heute angehört.

Im Anschluss an die Gedenkfeier besteht im Herrenhaus die Möglichkeit zum Gespräch. (red/ank)

Informationen auch unter Telefon 06622/42 440. www.stiftung-adam-von-trott.de

Quelle: HNA

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