GDL-Vorwurf: Bahn verliert absichtlich Ausschreibungen auf dem Land

Im Ausstand: Als Vorsitzender der GDL-Ortgruppe Bebra hat auch Thomas Mühlhausen (links mit Ralf Tann) im Frühjahr für einen neuen Tarifvertrag gestreikt. Nach dem Arbeitskampf sollen acht bis zehn Prozent der Bahnkunden nicht mehr zurückgekehrt sein, wirft Bahnchef Grube der Gewerkschaft vor. Archivfoto: Janz

Bebra. Die Lokführer kontern: Nach der Ankündigung von Bahnchef Grube, Personal im Güterverkehr abzubauen, erhebt der Vorsitzende der GDL-Ortsgruppe Bebra einen ungeheuerlichen Vorwurf.

Bahnchef Rüdiger Grube hat angekündigt, Stellen im Güterverkehr zu streichen. Die Mitarbeiter sollen an anderer Stelle im Konzern zum Einsatz kommen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) in Bebra, Thomas Mühlhausen, wirft der Bahn nun vor, gezielt Personal aus der Fläche in die Ballungsräume zu verlagern.

Mühlhausens Kritik geht sogar weiter: Der Betriebsrat unterstellt seinem Arbeitgeber, absichtlich Ausschreibungen für Linien in ländlichen Gegenden zu verlieren, weil sonst das Personal in Zentren wie Frankfurt und München fehle. Erst kürzlich hatte das private Bahnunternehmen Cantus erneut die Ausschreibung für vier Regionalbahnlinien in Nordhessen gewonnen. Die Bahn hatte das Nachsehen bei einem Vertrag, der für 15 Jahre Planungssicherheit gebracht hätte, sagt Mühlhausen im Interview mit unserer Zeitung.

Noch ist nicht bekannt, wie viele Stellen die Bahn im Güterverkehr streichen wird, der 2015 erneut einen Verlust machen wird. Grubes Vorwurf, an dem schlechten Geschäft der Güterverkehrssparte DB Schenker Rail trage die GDL mit ihrem Lokführerstreik eine Mitschuld, weist Mühlhausen zurück. Durch die ebenfalls geplante Schließung von Verladestellen sieht er aber keine Gefahr für den Standort Bebra. Hier sei schon vor fünf Jahren aufgeräumt worden. (mcj)

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