51-jähriger Mann aus Bebra wegen des Anbaus von Drogen-Pflanzen verurteilt

Gartenfreund mit Cannabis

Verräterisches Aussehen: Die Cannabis-Blätter sind durch ihre spezielle Struktur leicht zu erkennen.

Bad Hersfeld/Bebra. Seine Ehrlichkeit und Kooperationsbereitschaft kam einem 51-Jährigen bei einer Verhandlung vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld zugute. Der Mann aus Bebra war angeklagt worden, weil er in seiner Wohnung und auf dem angrenzenden Balkon Cannabis angebaut hatte.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung durch die Polizei im Juli 2012 waren mehrere Cannabispflanzen und entsprechendes Anbaugerät gefunden worden. Insgesamt wurden dabei 1151 Gramm Marihuana mit einem THC-Gehalt von 1,4 Prozent sichergestellt. THC ist der Wirkstoff in der Cannabispflanze.

Während der Verhandlung gab der Angeklagte an, keinen Handel mit den Pflanzen getrieben zu haben. Er habe die Pflanzen nur für den Eigenbedarf angebaut. Als Grund für seine Sucht gab er eheliche Probleme an. Zudem berichtete er von einer erfolgreich bekämpften Alkoholsucht. Seit vier Jahren sei er trocken, sagte der Bebraner. Als ihm dann ein Bekannter erstmals einen Joint angeboten habe, habe ihm der Rausch gut gefallen und über seine Probleme hinweggeholfen. Um nicht selbst Marihuana einkaufen zu müssen, habe er sich für den Anbau entschieden. „Ich bin ein Gartenfreund“, sagte der Angeklagte.

Dass die bei der Wohnungsdurchsuchung aufgefundene, laut Gesetz „nicht geringe“ Menge zustande kam, sei Zufall gewesen, sagte Verteidiger Heinz Hofmann in seinem Plädoyer. Sein Mandant habe nicht damit rechnen können, dass alle Samenkörner angehen und weibliche – und damit konsumierbare – Pflanzen hervorbringen. Richter Michael Krusche glaubte dem Angeklagten in diesem Punkt, der Anbau sei ihm im wahrsten Sinne des Wortes „über den Kopf gewachsen.“

Ein Jahr auf Bewährung

Das Gericht folgte dem Antrag von Staatsanwältin Christina Dern und verurteilte den 51-Jährigen zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung und der Zahlung von 1500 Euro an drei verschiedene gemeinnützige Einrichtungen. Zudem verordnete er eine von der Staatsanwaltschaft nicht geforderte Bewährungshilfe.

Das Mindeststrafmaß sei angemessen, sagte Krusche, weil der Angeklagte voll geständig und von Anfang an kooperativ gewesen sei. Zudem sei der Bebraner zuvor noch nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Die Bewährungshilfe soll dem Mann, laut Krusche, ein Ansprechpartner für seine Probleme sein und nicht den Zweck haben ihn zu kontrollieren. Der Angeklagte und seine Verteidigung nahmen das Urteil an.

Von Lasse Deppe

Quelle: HNA

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