Tiere als Gesundheitsgefahr?

Rotenburgerin will Tauben-Vermehrung stoppen

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Sie gehören zum Stadtbild: Tauben auf dem Dach eines Hauses am Schlosstor in Rotenburg. In der Stadt gilt zwar Fütterungsverbot, doch fühlen sich die Tiere hier wohl.

Rotenburg. Gabriele Behrend hat eine Mission: Sie will die unkontrollierte Vermehrung von Stadttauben in Rotenburg bekämpfen, weil sie die Tiere für gesundheitsgefährdend hält.

Deshalb plädiert die Unternehmerin für die Errichtung eines Taubenhauses.

Gabriele Behrend

„Die wenigsten Menschen wissen, wie gefährlich die Tauben sind“, sagt Gabi Behrend, die ein Gebäudereinigungsunternehmen betreibt und schon von Berufs wegen mit den Tieren und - schlimmer noch - deren Kot zu tun hat. In Taubenkot und Gefieder befänden sich Mikroorganismen, die Krankheiten wie Tuberkulose und Ornithose (Lungenerkrankungen) auslösen können, erklärt Behrend. Deshalb sei es so gefährlich, wenn man den Kot, sei es frischer, sei es bereits getrockneter, ohne besondere Schutzbekleidung und Mundschutz entferne. Als Gebäudereinigerin kennt sie natürlich die Vorschriften. Taubenkot wird von ihrem Betrieb als Sondermüll entsorgt.

Außerdem wüchsen auf dem Kot Schimmelpilze, die ebenfalls Menschen und Gebäude schaden könnten. Der Kot sei zudem stark ätzend und greife die Gebäudesubstanz an. Nicht umsonst gälten die Stadttauben bei hoher Population als Schädlinge.

Um die Vermehrung der Tiere zu kontrollieren, die es bis zu sechs vollendeten Gelegen im Jahr bringen, könnte man ein Taubenhaus aufstellen, schlägt Gabi Behrend vor. Dort könnte man Verhütungspillen auslegen und Eier durch Attrappen ersetzen.

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald erklärte dazu, dass man sich im Rathaus mit dem Thema Taubenhaus befasse. Zu prüfen sei unter anderem, wie man mit der Hygiene und der Unterhaltung eines solchen Hauses umgehen könne.

Tauben sind beim Nisten sehr genügsam. Ihnen reicht eine Nische, die kleiner ist als ein Blatt Papier. Schon im Alter von nur sechs Monaten ist eine erste Brut möglich. Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Stadttaube liegt bei zwei bis drei Jahren.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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