Fusionsgespräche von Klinikum und KKH: Die Ärzte wollen mitreden

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Medizinischer Geschäftsführer und kaufmännische Geschäftsführerin: Dr. Martin Oechsner und Diplom-Betriebswirtin Margit Schmaus.

Rotenburg. Das Kreiskrankenhaus (KKH) Rotenburg hat eine neue Geschäftsführung. Der personelle Wechsel soll auch Auswirkungen auf die Fusionsgespräche mit dem Klinikum Bad Hersfeld haben.

Denn erstmals wird ein Arzt bei den Gesprächen mit am Tisch sitzen. Margit Schmaus kümmert sich seit Anfang August um den kaufmännischen Part, der Ärztliche Direktor, Dr. Martin Oechsner, ist neuer medizinischer Geschäftsführer (wir berichteten). Erstmals ist ein Mediziner in dieser Funktion im KKH tätig. Für beide kam die neue Aufgabe überraschend, nachdem Reiner Schickling als Geschäftsführer und Sassan Pur als Verwaltungsleiter kurzfristig auf eigenen Wunsch ausgeschieden sind.

Oechsner betont, dass seine Tätigkeit als Chefarzt und Chirurg nicht beeinträchtigt werde. Er sei weiterhin zu 100 Prozent als Chirurg aktiv. Seine neue Aufgabe sieht er als Weiterentwicklung des Ärztlichen Direktors. Er werde die medizinischen Belange vertreten. Die Kombination aus medizinischer und kaufmännischer Geschäftsführung sei ein modernes Konzept, erklären Schmaus und Oechsner.

Mehr Transparenz

Margit Schmaus ist Diplom-Betriebswirtin und bringt über 16 Jahre Führungserfahrung als Geschäftsführerin, Krankenhausdirektorin und Verwaltungsdirektorin mit. Sie ist regelmäßig als Interimsmanagerin tätig, „dort, wo Not ist“. Schmaus kündigt eine enge Zusammenarbeit mit der medizinischen Seite an. „Ich beginne zu rechnen, wenn die Medizin sagt, so geht es“, erklärt sie. Beide wollen im KKH die Chefarztkonferenz erweitern und mehr Transparenz schaffen.

Oechsner erklärt im Zusammenhang mit den Fusionsgesprächen, dass die Verhandlungen mit dem Klinikum weiter laufen. Auch die Kooperation mit dem Herz- und Kreislaufzentrum (HKZ), das gerade einen Käufer sucht, werde fortgesetzt. Er wolle das Gespräch mit den Kollegen im Klinikum suchen. Man werde sehen, wo die jeweiligen Stärken liegen und wie man die eigenen einbringen könne.

Bisher hätten tarifrechtliche und gesellschaftsrechtliche Fragen bei den Fusionsverhandlungen im Vordergrund gestanden, sagt der Chefarzt. Gespräche mit den Ärzten, welche Spezialisierungen sinnvoll seien und wie Kompetenz gebündelt werden könne, habe es nicht gegeben.

Auch die Mitarbeiter hätten Bedarf an Information, sagt Schmaus. An vorderster Stelle müsse die Medizin stehen. Dies sei ein neuer inhaltlicher Schwerpunkt der Verhandlungen. Es sei zudem auch Wunsch des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorfs, des KKH-Trägers.

Oechsner kündigt an, sich mit dem Ärztlichen Direktor des Klinikums Bad Hersfeld, Prof. Markus Horn, zusammensetzen zu wollen.

Quelle: HNA

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