Fusion - aber bitte nicht blutig: Diskussion um Klinikzukunft

Diskutierten über die Zukunft der Krankenhäuser in Osthessen: Moderator und FDP-Chef im Fuldaer Kreistag Mario Klotzsche (von links), FDP-Landratskandidat Werner David und Dr. Gerhard Kuhnle, Chefarzt des Wald-Klinikums Gera. Fotos: Janz

Bad Hersfeld. Mit der Zukunft der Krankenhäuser im Kreis hat sich eine Podiumsdiskussion der FDP in Bad Hersfeld beschäftigt. Das Podium war mit acht Gesundheitsexperten üppig besetzt.

Dafür war das Interesse nicht sonderlich groß: Lediglich 22 Zuhörer, darunter Parteimitglieder und Fachleute, kamen in die Stadthalle Bad Hersfeld.

Die von Mario Klotzsche, FDP-Fraktionschef im Kreistag Fulda, moderierte Diskussion beschäftigte sich phasenweise auch mit allgemeinen Fragen des Gesundheitswesens. Hier die wichtigsten Aspekte zur Debatte um die Krankenhäuser in Hersfeld-Rotenburg:

FDP-Landratskandidat Werner David und der Rotenburger Radiologe Johannes Flicker sprachen sich eindeutig für die Kreislösung aus, also die Fusion von Klinikum Bad Hersfeld, Kreiskrankenhaus (KKH) sowie Herz- und Kreislaufzentrum (HKZ) in Rotenburg. „Wenn wir die drei Krankenhäuser nicht unter ein Dach kriegen, dann bekommen wir massive Probleme“, sagte David. Für die Mitarbeiter sei die Kreislösung die „unblutigste Fusion“, war Flicker überzeugt. Es gebe nur wenige Doppelstrukturen im Kreis, und die Orthopädien von KKH und Klinikum würden sich sogar ideal ergänzen. Entlassungen wären nicht nötig: „Man braucht die Leute“, so Flicker.

Prof. Dr. Wolfgang Huhmann, einst am Klinikum Fulda und später Leiter eines großen Herzzentrums in Bad Segeberg, rechnete vor, dass der Kreis Hersfeld-Rotenburg derzeit überversorgt ist: Während in Deutschland 153 Einwohner auf ein Krankenhausbett kommen sollten, sind es im Landkreis nur 126 Einwohner. Dass es aber zu viele Betten im Kreis gibt, dem widersprach aus dem Publikum Klinikums-Geschäftsführer Martin Ködding: Alle drei Häuser seien gut ausgelastet. Auch HKZ-Personalchef Hartwick Oswald warnte aus dem Publikum vor einem Bettenabbau im Landkreis: „Dann haben wir bei einem Notfall wie dem aktuellen Masern-Ausbruch in Berlin keine Kapazitäten mehr.“

Das HKZ hat sich kürzlich zum Verkauf angeboten, um damit eine Kreislösung überhaupt zu ermöglichen. Wie die Fusion inhaltlich aussehen müsste, darüber sei man weitgehend einig, sagte HKZ-Geschäftsführer Ulrich Hornstein. Haupthürde seien aber die unterschiedlichen Geschäftsformen mit öffentlichem Klinikum, kirchlichem Kreiskrankenhaus und privatem HKZ. „Wir kommen derzeit nicht weiter“, sagte Hornstein. Allerdings seien neben Landkreis und Diakonie auch die „üblichen Verdächtigen“ eingeladen worden, Angebote abzugeben. Nun müsse sich zeigen, wie die renommierte Spezialklinik auf dem Markt bewertet wird.

Von Marcus Janz

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Quelle: HNA

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