Freizeit, Natur, Hochwasser und Kiesabbau

Fuldaauen-Renaturierung : Platz für alle am Wasser

Bebra. Der Kiesabbau an der Fulda fällt zurzeit vielen ins Auge, die die Bundesstraße 27 bei Bebra befahren, mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind.

Am Breitenbacher See entlang der Fulda Richtung Norden wird hier aber nicht nur Kies abgebaut. Parallel zum Kiesabbau werden neue Wasserflächen für die Freizeitnutzung und naturnaher Lebensraum für selten gewordene Vögel geschaffen.

Damit in einigen Jahren sowohl ein attraktives Freizeitgelände wie auch ein Lebensraum für seltene Vögel entstehen und gleichzeitig der Fulda bei Hochwasser wieder mehr Raum zur Verfügung steht, arbeiten die Firma Beisheim, die Stadt Bebra, die Obere Wasserbehörde und der Naturschutz eng zusammen, erklärt Planer Heinrich Wacker bei einem Ortstermin. Alle Beteiligten sparen

Durch die Verbindung von Kiesabbau, Hochwasserschutz, Landschafts- und Vogelschutz sowie Freizeitgelände sparen alle Beteiligten, auch der Steuerzahler, Kosten, betont Sabine Kaemling von der Oberen Wasserbehörde.

• Fuldaauen-Erlebnispark: Pläne der Stadt gibt es schon seit acht Jahren. Zurzeit wird ein Bebauungsplan aufgestellt, erläutert Bürgermeister Horst Groß. Geplant ist hier ein attraktives Freizeitgelände samt Strandpromenade, See-Restaurant und Wohnmobilpark. Dazu soll der See von derzeit rund 15 auf etwa 20 Hektar vergrößert werden. Bis das so weit ist, wird es aber noch mehr als 20 Jahre dauern.

• Hochwasserschutz: Die Planung sieht vor, Hochwasser möglichst aus dem See fernzuhalten, damit er nicht überdüngt wird, was Algenwachstum zur Folge hätte und die Badewasserqualität beeinträchtigen würde, sagt Arno Schütz von der Naturschutzbehörde. So wird ab 2014/15 der Fluss aufgeweitet und ein Teil abgespalten, um einerseits Flachwasserflächen, aber auch Raum für Hochwasser zu schaffen.

• Kiesabbau: Seit Ende Januar wird ein neues Kiesfeld ausgebeutet, das von der Bundesstraße 27 aus zu sehen ist. Hier wird noch etwa fünf Jahre lang abgebaut werden, sagen Marcus Weber und Frank Theune von der Firma Beisheim. Der Kies dient der regionalen Versorgung. Die Lastwagen sollen normalerweise nicht im Bereich des vorderen Breitenbacher Sees fahren. Abraum wird zur naturnahen Gestaltung der zurückbleibenden Fläche eingesetzt.

• Für den Naturschutz wird eine Wasserfläche von sechs bis sieben Hektar geschaffen. Vogelschützer Arno Werner hofft, dass sich Bekassine und Kiebitz dann wieder hier ansiedeln. Auch der Weißstorch, der hier immer bessere Lebensbedingungen vorfindet, wird erwartet, wenn das Gesamtprojekt fortgeschritten ist. Schon jetzt, während noch der Kies abgebaut wird, kommen Flussregenpfeifer, Flussuferläufer, Uferschwalbe und Eisvogel, die sich im Bereich der Kiesbänke wohlfühlen.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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