Windkraftanlagen: Rotenburg, Bebra und Alheim suchen gemeinsam Standorte

Fünf Gebiete im Blickpunkt

Blick vom Alheimerturm Richtung Haselgrund, wo vermutlich Windräder aufgestellt werden. Archivfoto: Schaake

Rotenburg/Bebra/Alheim. Tischgroß ist die Karte, die mögliche Standorte von Windkraftanlagen (WKA) im Zubra-Gebiet Bebra, Rotenburg und Alheim verzeichnet. Ein dicker roter Pfeil markiert den Hauptzug der Kraniche auf einer Linie von Nentershausen nach Blankenheim, kleinere orangefarbene Pfeile den Vogelzug.

Große Ringe stehen für Vorkommen von Rotmilan oder Uhu, etwa im Haseltal. Dort, wo der Wind mit den erforderlichen 5,75 Metern pro Sekunde bläst, sind blaue Punkte eingezeichnet. An vielen Stellen finden sich auf den Punkten dicke rote Kreuze. Hier gibt es Gründe, die keine Windkraft zulassen, etwa südlich des Alheimers oder in geschützten Gebieten (FFH-Gebiete).

Die Zahl der möglichen WKA-Standorte sinkt noch, die Karte wird angepasst, wenn wieder ein ein schutzwürdiges Gut festgestellt wird. So liegt beispielsweise das erforderliche vogelkundliche Gutachten vor, nicht aber das zum Fledermaus-Vorkommen, erklärt der Rotenburger Bürgermeister Christian Grunwald stellvertretend auch für die beiden anderen Zubra-Bürgermeister.

Alle drei Kommunen sind zurzeit dabei, ihre Flächennutzungspläne zu ändern und Gebiete festzulegen, wo Windkraftanlagen gebaut werden können. Heinrich Wacker ist mit den Plänen befasst, die nach den selben Kriterien gemeindeübergreifend erstellt und am Ende in den Parlamenten beschlossen werden.

Zwei Flächen sind raus

Zwei Flächen kommen inzwischen nicht mehr für Windkraft in Frage: • östlich von Solz, Iba bis Ronshausen und • zwischen Rehkopf bei Licherode und dem Bärenkopf bei Blankenheim – der Höhenzug über die Hohe Buche.

„Bei Zubra wird keine Windkraftplanung in Goldgräberstimmung gemacht.“

Christian Grunwald

Derzeit werden noch folgende Standorte auf ihre Windkraft-Eignung hin weiter untersucht: • Der Höhenzug Franzosenstraße östlich parallel zum Haseltal, • der Höhenzug westlich des Haseltals und nördlich vom Alheimer, • das Gebiet westlich von Blankenheim, • eine Fläche nordöstlich von Braunhausen und • der Rehkopf bei Licherode, wo sich ein Schwarzstorch-Vorkommen nicht zu bestätigen scheint.

Alle Flächen befinden sich im Wald, gehören überwiegend den Gemeinden oder Hessen Forst, wenige sind in privater Hand. Mit Hessen Forst stimme man sich ab, erklärte Grunwald weiter.

20 Anlagen reichen aus

Um im Zubra-Gebiet den gesamten Strombedarf zu decken, der nicht durch Energie aus der Sonne, aus Wasser oder Biomasse gedeckt werden kann, brauche man je acht Windkraftanlagen in Bebra und Rotenburg sowie vier in Alheim. Das sei das Ziel.

Die Zahlen sagen noch nichts darüber aus, wie viele Anlagen am Ende gebaut werden. Es könnten auch ein paar mehr werden.

Undenkbar seien Zahlen jenseits der 40, weil dazu die Flächen gar nicht ausreichten.

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Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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