Weiteröder Mandolinenorchester erwärmen die Herzen – Saisoneröffnungskonzert im Kloster Cornberg

Den Frühling herbeigespielt

Eine Zierde der Region in einem Kleinod der Region: Beim Frühlingskonzert des Weiteröder Mandolinenorchesters im Kloster Cornberg war Zeit zum Genießen - sehr zur Freude des begeisterten Publikums und des zufriedenen Dirigenten. Foto: Apel

Cornberg. Wenn das Mandolinenorchester Weiterode im Kloster Cornberg musiziert, wird es Frühling. Das war auch am Sonntag bei der 13. Auflage des Saisoneröffnungskonzertes so. Obwohl es rund um das altehrwürdige Gemäuer ganz schön pfiff und ungemütlich war – drinnen war es angenehm warm.

Und auch in den Herzen wurde es immer wärmer, als Igor Karassik die Zuhörer im vollbesetzten Konzertraum mit der irischen Suite „Planxty o’ Carolan“ auf die grüne Insel entführte. Mit einem Pasodoble ging es dann weiter nach Spanien, wo den Weiteröder Zupferinnen und Zupfern bei einem Freundschaftsbesuch gesagt worden ist, dass sie nicht so schnell spielen sollen.

Davon kann gar keine Rede sein. Sowohl bei der „Pizzicato-Polka“ von Johann Strauß als auch beim Konzertwalzer „Vineta-Glocken“ spielten sie weder zu schnell, noch zu langsam. Erst recht nicht beim „Militärmarsch“, der passend zur Erzählung „Schneegestöber“ von Alexander Puschkin geschrieben worden ist. Damit passte er „100-prozentig“ zur Wetterlage, wie Igor Karassik schmunzelnd betonte, und ein bisschen Doktor-Schiwago-Atmosphäre ließ er auch aufkommen.

Nach der Pause erwies das in der Region weit und breit einmalige Orchester mit dem „Mandolinenexpress“ der Eisenbahnerstadt Bebra die Referenz, ehe es mit Tempo - „richtig russisch, nicht spanisch“ (Igor Karassik) - zu einem Reigen schöner russischer Melodien einlud. Schon dabei wollte man mitsummen, und dann natürlich erst recht bei den „Plucking Strings“.

Schellen statt Kastagnetten

Beim „Spanischen Ständchen“ aus Deutschland meinte man fast schon Kastagnettenklang zu hören, aber es war nur der Schellenkranz des Dirigenten.

Vorläufiger Höhepunkt war das unter dem Motto „Unter der Dorflinde“ stehende Potpourri deutscher Volkslieder, bei dem einige ganz Mutige aus dem Publikum immer wieder mitsangen und -summten. Zu Recht, denn man wähnte sich „Am Brunnen vor dem Tore“ und vor dem in Memel stehenden Denkmal von „Ännchen von Tharau“ - so einfühlsam spielten die Weiteröder bei ihrem 13., so gut wie noch nie besuchten Auftritt im Cornberger Kloster.

Als Zugabe legten sie mit dem von ihrem musikbegeisterten Dirigenten arrangierten Andrew-Lloyd-Webber-Stück „Wein’ nicht um mich, Argentinien“ noch eins drauf, ehe nach langanhaltendem Beifall an diesem gelungenen Nachmittag ein weiteres Mal „Wolgaklänge“ ertönten.

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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