Wochenendporträt

Berührt von der Dankbarkeit: Freund gibt Amt als THW-Ortsbeauftragter ab

Rotenburg. 32 Jahre lang stand der Baumbacher Fritz Freund als Ortsbeauftragter dem Technischen Hilfswerk (THW) Rotenburg vor. Am Samstag  wird er aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt verabschiedet. Insgesamt arbeitete er 42 Jahre lang im THW mit.

Diese Zeit hat sehr viel mit Freunds Mutter Elfriede zu tun: Auf deren Betreiben hin verpflichtete sich Fritz Freund 1972 zum zehnjährigen Dienst beim THW, statt Wehrdienst bei der Bundeswehr zu leisten. Denn die Mutter wollte geprägt vom Zweiten Weltkrieg nichts mehr mit Militär zu tun haben. So unterschrieb der junge Fritz Freund seine Erklärung zur Mitarbeit im überörtlichen Luftschutz-Bergungsdienst im THW.

Fritz Freund

Der antimilitärischen Haltung blieb er über die Jahre treu sogar bei seiner Ausbildung zum Sprengmeister. "Ich habe mir geschworen, Sprengstoff nur zu zivilen und friedlichen Zwecken einzusetzen", erzählt er. Das hat er auch über viele Jahre getan, sprengte Gebäude und Mauern. Seine spektakulärste Sprengung geschah in seinem Heimatdorf Baumbach. Dort sorgte Fritz Freund 1986 dafür, dass der 40 Meter hohe Schornstein einer ehemaligen Ziegelei punktgenau fiel.

Warum trägt einer über 30 Jahre lang ehrenamtlich Verantwortung in einer Bundesanstalt? "Es macht mir einfach Spaß", sagt der gelernte Werkzeugmacher. "Es ist schön, die Kameradschaft im THW zu erleben und sie zu fördern".

Praktisch jeden Montagabend, die Übungsabende, verbrachte er im Vereinsheim des THW in Rotenburg. Dort reift auch der THW-Nachwuchs heran: Acht Jungen und vier Mädchen im Alter von zehn bis 18 Jahren lernen dort Grundlagen, um später Menschen helfen zu können. Das Rotenburger THW ist hauptsächlich zuständig für Trinkwasseraufbereitung. 38 Helfer versehen dort ihren Dienst.

Einsätze und der Besuch von Lehrgängen gehörten ebenso zu Fritz Freunds Aufgaben wie die Repräsentation der THW-Grundsätze nach innen und nach außen. Vergessen wird er weder die Einsätze bei Hochwasser, noch den beim Dammbruch in Kirchheim 1977. "Besonders berührt mich dabei die Dankbarkeit der Menschen, denen man helfen konnte", sagt Freund.

Berührt haben ihn aber auch die Erlebnistage, die das THW in den 90er-Jahren Kindern aus dem atom-verstrahlten Tschernobyl bereiten konnte. Jetzt wird Fritz Freund von Karsten Klein als Ortsbeauftragter abgelöst. Er kennt den jungen Kollegen schon seit vielen Jahren und will ihn gern weiter unterstützen. Denn: "Diese Arbeit funktioniert nur im Team. Ohne das Team ist man nichts."

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

Kommentare