Radsportverein Weiterode feiert am Samstag Jubiläum mit Festkommers in Ellis Saal

„Frisch Auf“ seit 100 Jahren

Junger Verein wird 100: Die Mitglieder des Radsportvereins Weiterode stellen sich im Jubiläumsjahr zum Gruppenbild. Fotos: nh

Weiterode. Als sich im Januar 1912 zwölf junge Männer in der Gaststätte Paul in Weiterode zur Gründungsversammlung des Radsportvereins „Frisch Auf“ trafen, lag die Erfindung des Laufrades als Vorläufer des Fahrrades noch keine 100 Jahre zurück.

Weitere 100 Jahre später besteht der Radsportverein Weiterode immer noch. Dieser runde Vereinsgeburtstag soll am Samstag, 21. April, ab 19 Uhr mit einem Festkommers in Ellis Saal in Weiterode gefeiert werden.

In den ersten beiden Jahren, so ist es in der Chronik vermerkt, besuchten die Vereinsmitglieder Radfahrfeste in den umliegenden Dörfern.

Durch den ersten Weltkrieg kamen die Aktivitäten nahezu zum Erliegen, weil die meisten Mitglieder zum Kriegsdienst eingezogen wurden. Nach dem Krieg stieg die Mitgliederzahl an. Zum zehnjährigen Bestehen wurden 55 Radbegeisterte gezählt. Zu dieser Zeit war es üblich, dass sich sich die Radfahrvereine einem Verband anschlossen, heißt es in der Vereinschronik. Entweder dem bürgerlichen „Deutschen Radfahrerbund“ oder dem Arbeiter-Radfahrerbund „Solidarität“. Weil im Weiteröder Verein alle sozialen Schichten vertreten waren, entschieden sich die Mitglieder nicht für einen der beiden Verbände.

Auf Saalsport ausgeweitet

Während die Arbeiterverbände nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verboten wurden, durfte der Radsportverein Weiterode zunächst weiter bestehen. Die meisten der damals 38 Mitglieder wurden jedoch zum Kriegsdienst einberufen. Dadurch endeten die Aktivitäten 1943. Im Jahr 1949 wurde das Vereinsleben wiederbelebt und vom Straßensport auf den Saalsport ausgeweitet.

Die ersten Kunst- und Einräder wurden von den Vereinsmitgliedern selbst gebaut. Zum 50-jährigen Bestehen im Jahr 1962 wurde ein großes Radrennen ausgerichtet. Im gleichen Jahr besuchten erstmals Vereinsmitglieder den Radsportverein im französischen Rombas, zu dem bis heute eine Freundschaft besteht. Ab den 1970er-Jahren zeichnete sich ein sportlicher Aufschwung ab. Insgesamt 33 Hessenmeister, acht hessische Vizemeister, ein Deutscher Süd-West-Meister, ein Deutscher Meister, zwei deutsche Vizemeister, ein Vize-Europameister gingen in den vergangenen 100 Jahren für den Radsportverein an den Start.

Größter Erfolg 2006

Den größten Erfolg im Kunstradfahren verbuchte der Verein 2006, als er mit Swantje Glock, Hanna Auth und Sara Cheik Ibrahim drei Hessenmeisterinnen stellte. Derzeit gibt es die Abteilungen Kunstradfahren, Radball, Einradfahren, Straßensport, Radtouren- und Radwandern. Seit 2005 steht Thorsten Wilhelm als 18. Vorsitzender in der Vereinsgeschichte an der Spitze. Karl Wetterau, der dieses Amt von 1993 bis 1998 inne hatte, ist seit 1999 Ehrenvorsitzender.

www.rsv-weiterode.de

Von Jan-Christoph Eisenberg

Quelle: HNA

Kommentare