Friedrich Heßler aus Rotenburg hat ein Herz für Italien

Italien hat es ihm angetan: Friedrich Heßler ist gerne unterwegs, liebt aber auch Rotenburg, wo er mit Frau Brigitte wohnt. Foto: nh

Rotenburg. „Italien", sagt Friedrich Heßler auf die Frage nach seinem Lieblingsland, und dabei leuchten seine Augen. Gerne leben würde der 78-Jährige hingegen in Australien.

Freiheit, Weite und die grenzenlose Unbeschwertheit verbindet er mit diesem Kontinent, den der Rotenburger schon als junger Mann als „Sehnsuchtsort“ empfand.

Kein Zweifel: Dieser Mann ist ein Weltenbummler. Einer, der seine Begeisterung für fremde Kulturen, Lebensformen und Menschen gerne mit anderen teilt. Darum organisiert der ehemalige Leiter der Beruflichen Schulen Bebra seit 23 Jahren Reisen für Kollegen und Freunde. In diesem Jahr plant er mal wieder eine Fahrt nach Italien. Ins Piemont und in die Toscana soll es gehen für eine knappe Woche. Liegt zu weit auseinander? Nicht für Heßler.

Lange Busreisen lockert der Ferrari-Fan kurzweilig mit witzigen Anekdoten, knappen historischen Hintergründen und vielen Weisheiten auf, die er auf seinem Lebensweg gesammelt hat. Wieder in der Heimat angekommen, weiß er ganz sicher: Dieses Rotenburg ist es, das er von Herzen liebt.  

Mit Italien dagegen verbindet Friedrich Heßler seine erste Reise mit Ehefrau Brigitte und den Kindern Eckhard und Marion. Nach Riccione ging es 1967 mit dem Auto. Als er damals Eis am Strand kaufen wollte, sein Portemonnaie aber im Hotel vergessen hatte, sagte der Verkäufer zu ihm: „Zahlst du morgen.“ Es war dieses Vertrauen, das Heßler bis heute beeindruckt.

Schöne Erinnerungen brachte er auch mit aus Äthiopien, Jamaika, Vietnam, China, den Emiraten oder Australien. Mit Freunden und Kollegen aber peilt er die nahen Ziele in Italien, Deutschland und Österreich an. Akribisch recherchiert er Hotels, Sehenswürdigkeiten und saiso-nale Events. In enger Zusammenarbeit mit dem Rotenburger Reisebüro Zilch entsteht dann eine individuelle Fahrt. Bevor die Reise beginnt, fährt er die Route mit Ehefrau Brigitte noch mal ab.

„Die Neugier treibt mich an. Es ist die immerwährende Sehnsucht, etwas Neues zu sehen“, sagt er. Die nette Stadtführerin, der charmante Kellner, Menschen auf der Straße, die so hilfsbereit waren. „Wer in andere Länder reist und sich auf die Menschen einlässt, der würde nie an einer Pegida-Demonstration teilnehmen“, sagt der Sozialdemokrat.

Seine Liebe zu Italien hatte nach einem Auto-Aufbruch kurzzeitig nachgelassen. Dann reisten die Heßlers in das ehemalige Jugoslawien. „Weil ich Tito verehrte.“ Als dort der Bürgerkrieg ausbrach, verabschiedete sich Friedrich Heßler konsequent. Spanien war ebenfalls nur eine kurze Liebe, denn im Massen-Tourismusort Benidorm fühlte sich die Familie nicht wirklich wohl.

Obgleich er auch mit dem Berlusconi-Italien einige Probleme hatte, so überwogen für „Federico“, wie er oft in Hotels und Weingütern liebevoll gerufen wird, Geschichte, Kultur und der Kontakt zu den Menschen. Apropos Weingüter: Der Liebhaber edler Tropfen ist zu Hause ein Mann der ersten Stunde beim Verein der Weinfreunde. Es gibt Freundschaften, die unterwegs entstanden sind. „Was du nicht aus Büchern gelernt hast, das lernst du auf Reisen“, zitiert Friedrich Heßler Goethe. „Der war auch ein großer Italien-Freund.“

Von Susanne Kanngieser

Quelle: HNA

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