Friedhof: Wildschweine erlegt - Musikanlage, neuer Anstrich und keine Urnenwände

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Am Stadtrand liegt der Bebraer Friedhof: Er hat einen schönen alten Baumbestand, aber sonst liegt einiges im Argen. Nun will die Stadt aktiv werden und die Probleme anpacken.

Bebra. Das Problem mit Wildschweinen, die im Dezember bis vor die Tore des Bebraer Friedhofs gelangt waren und dort den Boden umgelegt hatten, hat sich vorerst erledigt.

Wie Bürgermeister Uwe Hassl mitteilt, sind noch vor Weihnachten bei zwei Treibjagden 30 Schwarzkittel zur Strecke gebracht worden. Er dankt den Jagdpächtern für die schnelle Lösung des Problems. Hassl hat nach Klagen über allerlei Unzulänglichkeiten die elfköpfige Friedhofskommission einberufen. Auch er finde den Friedhof nicht so recht schön, erklärt Hassl.

Die Kommission hat nur empfehlenden Charakter und arbeitet dem Magistrat zu. Dieser aber bestätigte die Empfehlungen kürzlich. Das bedeutet Arbeit für die Verwaltung.

• Für die Friedhofshalle in Bebra soll eine neue Beschallungsanlage angeschafft werden So können zurzeit keine CDs oder MP3-Dateien abgespielt werden, obwohl das vielfacher Wunsch der Hinterbliebenen ist.

• Wege, Pflasterungen und Treppenanlagen sollen überprüft werden.

• Es wird geprüft, ob die Fassade der Friedhofshalle kostengünstig gereinigt und gestrichen werden kann.

• Im Gegensatz zu den Ortsteilen gibt es keine Reinigungskraft. Nach einer Grundreinigung soll nun auch hier nach Bedarf geputzt werden.

• Es sollen mobile Parkbänke vor neu angelegten Gräbern aufgestellt werden, um den Trauernden die Möglichkeit zum Verweilen zu bieten.

• Es soll geprüft werden, ob eine Gedenkstätte am anonymen Grabfeld errichtet werden kann. Vielfach bestehe doch der Wunsch der Angehörigen, kleine Andenken oder Blumen an der Grabstätte niederzulegen, erklärt Hassl. Da bei einer anonymen Grabstätte aber niemand wisse, wo er seine Kondolenzgaben ablegen könne, böte sich zum Beispiel eine Gedenkstehle an.

• Nach ausführlicher Diskussion sprach sich die Kommission gegen die Einführung von Urnenwänden aus. Diese seien zwei- bis dreimal teurer als eine normale Urnenbestattung. Außerdem hatte Pfarrer Alexander Ulrich mitgeteilt, dass viele Hinterbliebene erst im Nachhinein die Tragweite einer „Schrankwandbestattung“ erfahren und er deshalb dringend davon abrate. Schließlich müsse nach Ablauf der Ruhezeit entschieden werden, was mit den gut erhaltenen Urnen samt ihrem Inhalt geschehen soll und ob eine erneute Bestattung stattzufinden habe.

Baumbestattung

Pfarrer Schacht empfahl stattdessen, über eine Baumbestattung nachzudenken. Hier werden neue Bäume in einem parkähnlich gestalteten Bestattungsbereich im Friedhof gepflanzt, und rings herum um den Baum könnten mehrere Urnen beigesetzt werden.

• Alle zwei Jahre soll geprüft werden, ob die Gebühren angepasst werden müssen.

Nun sollen die Anregungen nach und nach abgearbeitet werden, versprach der Bürgermeister. 

Quelle: HNA

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