Gedenkfeier für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft am Ehrenmal am Höberück

Für den Frieden einsetzen

Erinnern an die Opfer: Kränze des Bundesministers der Verteidigung, der Stadt Rotenburg und des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge wurden von Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, dem Kommandeur des Führungsunterstützungsbataillon 286, Oberstleutnant Lando Pietsch, Bürgermeister Christian Grunwald und dem Stadtverordneten Heinz Schlegel, von rechts, am Ehrenmal am Höberück in Rotenburg niedergelegt. Fotos: Vöckel

Rotenburg. „Am Volkstrauertag gedenken wir der Opfer von Krieg und Gewalt!“ Für Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt ist das zugleich eine Mahnung für den Frieden, die jedes Jahr aufs Neue aktuell sei, gerade in diesen Tagen.

Der Landrat, der im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auch der Vorsitzende des Kreisverbandes ist, appellierte an die Teilnehmer der Gedenkfeier am Ehrenmal am Höberück in Rotenburg, den Frieden nicht als etwas Selbstverständliches hinzunehmen: „Setzt Euch für den Frieden ein - jeder an seinem Ort, jeder mit seinen Mitteln.“

„Die Gewalt nimmt zu“

Millionen von Toten und Verwundeten, Trümmer und Zerstörung, Hunger, Not und Elend waren nach seinen Worten die Ergebnisse der Weltkriege. Aber als Erkenntnis daraus folgte nicht der Friede. Noch immer würden Menschenrechte missachtet, Bomben geworfen und Gewalttaten aus politischen Gründen verübt. „Wir brauchen gar nicht über die Grenzen schauen“, sagte der Landrat. Auch in unserem Land zeige sich, dass das Gedenken an unsere Toten mit ihrer Mahnung, Frieden zu halten, noch längst nicht überholt sei. Die Gewalt nehme in unserer Gesellschaft zu. Das zeige sich bei Fußballveranstaltungen, bei Demonstrationen und Protesten. Auch wir benötigten wieder den Anstoß, um zur Vernunft zu kommen. Das fange bei jedem von uns an: „Wie wir mit unserer Familie umgehen, mit unseren Nachbarn und mit denen, die als Flüchtlinge in der Not zu uns kommen.“

„Jede Generation muss Gedenktage neu erschließen – auch den Volkstrauertag“, sagte Pfarrer Lars Niquet. Krieg und seine Folgen – das sei nicht nur ein Thema der Vergangenheit. Doch seine Wahrnehmung habe sich verändert. 103 Bundeswehrsoldaten seien seit den 1990er-Jahren in Auslandseinsätzen gefallen. Für sie stehe ein Ehrenmal auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums in Berlin, das aber nur wenige zu sehen bekämen.

„Verschwinden aus Alltag“

Landesweit gebe es keine Denkmäler für die gefallenen Bundeswehrsoldaten. Damit wandere das konkrete Gedenken an die Bundewehrsoldaten aus – heraus aus der Bevölkerung, hinein in den Kreis der Angehörigen. Dort würden die Namen der Gefallenen präsent bleiben, nicht aber im Alltag.

Das Totengedenken sprach Oberleutnant Markus Erhardt. Musikalisch wurde die Gedenkfeier von Musikern des Blasorchesters Rotenburg umrahmt.

Von Herbert Vöckel

Quelle: HNA

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