Förderverein soll die Schlossruine Blumenstein vor dem Verfall bewahren

Einst wurde das Wildecker Tal auch Hessisches Sanssouci genannt: So beeindruckend waren das Schloss und die Parkanlagen, die sich dort befanden. Auf dem Bild, das im Obersuhler Rathaus hängt, sind hinten in der Mitte das Talschloss zu sehen, rechts oben auf dem Berg das Jagdschloss Blumenstein und vorne rechts das Gästehaus. Von den historischen Gebäuden ist außer einigen Mauerresten nur das 1806 errichtete Gästehaus erhalten. Repro: Dupont

Wildeck. Walter Schöppner hat einen Traum, der ihm schon viele arbeitsreiche Tage und so manche schlaflose Nacht beschert hat: Er will die Schlossruine Blumenstein vor dem Verfall bewahren und das historische Wildecker Tal zu einem großen Garten oder Park werden lassen, in dem sich die Menschen erholen können. Um dieses Ziel umsetzen zu können, ist jetzt angedacht, einen Förderverein zu gründen.

Vor 40 Jahren hatte Schöppner mitgeholfen, die Ruine zu sichern. Seitdem ist nichts mehr passiert - außer Mäh- und Pflegearbeiten. Die Mauerreste drohen endgültig zu verfallen.

„So darf es nicht weitergehen“, findet der 75-jährige Schöppner. „Überall erblüht der Frühling. Ich hoffe, dass sich die Wildecker von diesen Frühlingsgefühlen anstecken lassen und bei unserem Projekt mit anpacken.“ Ein bisschen was sei bereits passiert, berichtet Schöppner. Der Forst habe etliche Bäume gefällt. „Jetzt ist der Torbogen schon von unten zu sehen.“

In einer anderen Welt

Auch die Gemeinde Wildeck steht hinter dem Projekt. „Die Ruine Blumenstein ist das Wahrzeichen der Gemeinde Wildeck und Namensgeber zum Beispiel für die Gesamtschule und viele Vereine“, betont Bürgermeister Alexander Wirth. „Das Wildecker Tal ist nicht nur historisch interessant, sondern auch ein sehr schönes Fleckchen Erde. Man kommt sich dort vor wie in einer anderen Welt.“ Der Bürgermeister stellt außerdem klar: „Es geht nicht darum, eine Burg oder ein Schloss wieder aufzubauen, sondern die noch bestehenden Reste zu erhalten.“

Alle müssen mit anpacken

Wichtig ist, dass alle Beteiligten an einen Tisch kommen. Dazu gehören Hessenforst als Grundstücksbesitzer, der Denkmalschutz, Architekten, die Gemeinde und natürlich auch möglichst viele Bürger, die bereit sind, sich in dem Förderverein oder anderweitig ehrenamtlich für das Projekt einzusetzen.

„Die Sache ist es wert, Zeit und Energie hineinzustecken. Der Bereich ist seit 800 Jahren historisches Kulturland“, sagt auch Hermann Eimer, der sich seit langem mit der Wildecker Geschichte beschäftigt. „Über einen Förderverein könnten wir Fördergelder zum Beispiel aus europäischen Töpfen oder vom Denkmalschutz beantragen“, betont Eimer. Ein solcher Verein sei auch berechtigt, Spendenquittungen auszustellen, die die Spender steuerlich absetzen könnten. Das ganze Projekt könne aber nur als Gemeinschaftswerk funktionieren.

Ein Rundweg durch das Wildecker Tal ist bereits sehr schön bebildert ausgeschildert. Der Obersuhler Ortsvorsteher Michael Kaufmann betont, auch die Wegführung durch das Tal und die Ausschilderung müssten noch optimiert werden.

Eine Informationsveranstaltung zu dem angedachten Förderkreis und den Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren, soll Mitte Mai stattfinden. Der genaue Termin steht noch nicht fest. (dup)

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