Gotteshaus Richelsdorf soll erhalten werden – Gründung zum Frühjahrssingen

Förderkreis für die Kirche

Prächtig ausgestaltet: Die Barockkirche in Richelsdorf. Zum Erhalt möchte der Kirchenvorstand einen Förderverein gründen. Foto: nh

Richelsdorf. Zur Erhaltung der Bauernbarockkirche soll in Richelsdorf ein Förderkreis gegründet werden. Das soll morgen, Sonntag, 18. Mai, nach dem Frühlingssingen geschehen. Dazu lädt die Evangelische Martin-Luther-Kirchengemeinde Wildeck ab 14 Uhr in das Gotteshaus ein. Der Gottesdienst um 10.45 Uhr in Richelsdorf fällt zugunsten des Frühjahrssingen aus.

Am Sonntag Kantate – Singet – tragen der Männergesangverein Richelsdorf unter der Leitung von Harald Roß, der Chor fürs Ohr unter der Leitung von Heidi Kremer und der Chor des evangelischen Frauenkreises unter der Leitung von Edeltraud Werschkull Frühlings- und Danklieder vor.

Zwischen den einzelnen Liedbeiträgen wird Pfarrer Janosz König Besonderheiten der Richelsdorfer Bauernbarockkirche erläutern. Anschließend sind alle Gäste auf den alten Schulhof am Wagnersberg eingeladen, um dort bei Kaffee und Kuchen sowie gegrillten Würstchen zu verweilen. Die Einnahmen kommen dem Förderkreis zu Gute.

Nachbarn ziehen nach

Als der Hochstift Fulda im 18. Jahrhundert seine Kirchen immer prunkvoller ausschmückte, wollten die protestantischen Nachbarn nicht nachstehen. Die Dörfer nahmen all ihre Kraft zusammen und malten die evangelischen Pfarrkirchen prächtig aus. Außerhalb Osthessens sind die kunsthistorisch einmaligen evangelischen Bauernbarock-Kirchen weitgehend unbekannt. Von einer einstmals viel größeren Gruppe sind heute im ganzen östlichen Hessen nur noch 17 Kirchen erhalten.

Meist abseits der Hauptstraße des Dorfes gelegen, sind die kleinen Kirchen aus rotem Bruchstein gebaut. Ihre Ursprünge reichen zurück in gotische und romanische Zeiten, die Kirchtürme tragen barocke Schieferhauben. In den meist als Wolkenhimmel ausgemalten hochgewölbten Holztonnendecken im Inneren schweben Engel. Verziert sind auch die Brüstungen der Emporen: Blumenmotive der ehemaligen Dorfgärten finden sich hier ebenso wieder wie die Gesichter der Bauern des Dorfes, die für Apostel und Evangelisten als Modell dienten.

In der Richelsdorfer Kirche wird Bezug genommen auf die Bergbautradition des Ortes. Nur in Skandinavien gibt es ähnliche Kirchenbemalungen. Einer der osthessischen Maler erhielt Aufträge von den dortigen protestantischen Gemeinden und übertrug die Gesichter seiner hessischen Heimat in die skandinavischen Kirchen. (red/jce)

Quelle: HNA

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