155 Flüchtlinge sind da: Friedlicher Umzug von Marburg nach Rotenburg

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Jetzt sind sie da: Noch vor dem Umzug nach Rotenburg gab es Protest von Seiten der Flüchtlinge.

Rotenburg/Marburg. Die 155 Flüchtlinge aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Marburg-Cappel sind in der Rotenburger Einrichtung angekommen. Der Umzug sei absolut friedlich verlaufen, es sei keiner dabei gewesen, der den Wechsel nach Rotenburg verweigert habe.

Das erklärte Thomas Baader gegenüber unserer Zeitung. Baader ist Leiter der Rotenburger Erstaufnahmeeinrichtung.

Er war gemeinsam mit Koordinatorin Carolin Richardt am Montag nach Marburg gefahren, um den Flüchtlingen die Einrichtung vorzustellen und Fragen zu beantworten. Von einem Hungerstreik der Marburger Flüchtlinge, der öffentlich angekündigt war, um gegen die Verlegung zu protestieren, sei nichts festzustellen gewesen, sagte Baader. Koordinatorin Richardt ergänzte, dass die Flüchtlinge offenbar endlich in Deutschland wirklich ankommen wollten und einen gesicherten Status wünschten, der ihnen auch das Einleben an einem festen Ort ermöglicht.

Keine Angst gemacht

Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies erklärte gegenüber der HNA, in Marburg habe niemand den Flüchtlingen Angst vor Rotenburg gemacht. Im Gegenteil habe man versucht, die Menschen zu beruhigen und ihnen zu erklären, dass auch Rotenburg ein guter Ort sei. Spies reagierte damit auf die Vorwürfe von Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald (wir berichteten).

Marburg habe keinen Konflikt mit Rotenburg oder einem anderen Standort. Die Menschen, die während ihrer Flucht Furchtbares erlebt hatten, wollten nur gerne in Marburg bleiben, teilte Spies in einer E-Mail mit.

Er kritisierte die Landesregierung, die Menschen zum Teil zum neunten Mal verlegt hätten: „In einem so reichen und gut organisierten Land kann man mit Menschen, die so Furchtbares erlebt haben, anders umgehen.“ Spies betonte die Vorzüge des Marburger Einrichtung, bei der es sich nicht um ein Containerdorf, sondern um feste Holzhäuser handele, die die Stadt für das Regierungspräsidium schnell errichtet hatte. Der Oberbürgermeister verweist auch auf das große ehrenamtliche Engagement in der Universitätsstadt.

Am heutigen Donnerstag werden in der Rotenburger Einrichtung 82 Flüchtlinge aus der Einrichtung in Gießen erwartet, sagte Thomas Baader.

Quelle: HNA

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