Sport als Mittel der Integration

Flüchtlinge aus ganz Hessen trafen sich zum Fußballturnier in Rotenburg

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Hohes Niveau: Die Zuschauer sahen gute Fußballspiele und talentierte Fußballer beim Turnier der Flüchtlinge.

Rotenburg. Einmalig in Deutschland: Das ist das Fußballturnier, das jetzt in der Rotenburger Erstaufnahmeeinrichtung stattfand. 250 Flüchtlinge aus ganz Hessen kamen zusammen, um sich sportlich zu messen.

Was am Donnerstag und am heutigen Freitag in der Rotenburger Außenstelle der hessischen Erstaufnahme für Flüchtlinge stattfand, da ist Ministerialdirigent Stefan Sydow vom hessischen Sozialministerium sicher, sei deutschlandweit in dieser Größenordnung einmalig: Flüchtlinge von über zehn verschiedenen Standorten der Erstaufnahme in Hessen trafen sich in Rotenburg zu einem Fußballturnier.

Mitreißende Darbietung: Wolfgang Wenzel zeigte wagemutige Tricks auf dem Rad. Einer der Flüchtlinge wurde dabei als liegendes Hindernis zum Teil der Show.

Der Leiter der Rotenburger Einrichtung, Thomas Baader, hatte dieses Ereignis angestoßen und vonseiten des kommissarischen Leiters der hessischen Erstaufnahme, Ralf Stettner, sowie des Sozialministeriums Rückendeckung und Unterstützung erfahren. Und das, obwohl damit ein relativ hoher Aufwand verbunden war: Rund 250 Flüchtlinge wurden mit Bussen gebracht, wurden in der Rotenburger Einrichtung für eine Nacht einquartiert und dort versorgt. Baader blickte bereits auf die positive Erfahrung eines Turniers mit einheimischen Mannschaften in diesem Frühjahr zurück. Das Turnier habe sich positiv auf die Atmosphäre im Lager ausgewirkt. Auch wenn viel Arbeit mit der Organisation verbunden war: „Das ist mir eine Herzensangelegenheit“, sagt Baader.

Der Sport überbrücke Sprachbarrieren, verbinde und treibe die Integration voran. Außerdem biete sich für die Mitarbeiter der Einrichtungen die Möglichkeit des Austauschs und der Vernetzung. Ralf Stettner, der selbst als Fußballer in der Mitarbeiter-Mannschaft antrat, lobte Baader: „Mit einem wunderbaren Kraftakt hat er das auf die Beine gestellt.“ Dabei erhielt die Einrichtung Unterstützung von Ehrenamtlichen. Stefan Schiller und Thomas Giesler etwa sorgten für die Turnierplanung und den Ablauf der Spiele. „Integration beginnt schon in der Erstaufnahme“, betonte Stettner.

Auch der Landessportbund unterstützte das Turnier, unter anderem mit der Beschaffung von Trikots. Sport sei ein Mittel der Integration und auch eines, „die Flüchtlinge mit unseren Regeln zusammen zu bringen“, sagte Professor Heinz Zielinski, Vizepräsident des Landessportbundes. Thomas Baader will das Turnier künftig jährlich ausrichten. Und er will auch für Frauen künftig verstärkt Sportangebote machen.

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