Flüchtling aus Eritrea lernt bei der Firma Stutz-Bau

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Vertrag übergeben: Ausbildungsleiterin Marlies Stutz (Dritte von links) überreicht Abdul Fatah Humed Osman (Zweiter von links) seinen Ausbildungsvertrag. Darüber freuen sich – von links – Paul Bierwirth, Ausbilder auf der Lehrbaustelle, Firmenchef Hans-Georg Stutz, Antje Kulke, Projektkoordinatorin beim Landkreis, Fachdienstleiter Frank Hildebrand und Obermeister Klaus Stöcker.

Bebra / Kemmerode. Zwei Jahre dauerte die Odyssee von Abdul Fatah Humed Osman. Auf sich allein gestellt hat sich der junge Mann von seinem Heimatland Eritrea nach Deutschland durchgeschlagen. Jetzt hat der 27-Jährige eine dauerhafte Zukunftsperspektive.

Im August beginnt Humed Osman eine Ausbildung zum Straßenbauer bei der Firma Stutz im Kirchheimer Ortsteil Kemmerode.

Seit März war der 27-Jährige einer von zwölf Teilnehmern des Projekts „Flüchtlinge und Asylbewerber im Bauhandwerk (FAB)“. Auf der Lehrbaustelle Bebra waren die Männer auf eine Ausbildung vorbereitet worden. Dazu gehörte auch ein Praktikum, bei dem der 27-Jährige seinen zukünftigen Arbeitgeber überzeugte.

Als Erster erhielt er bei Stutz-Bau jetzt einen Ausbildungsvertrag. Weitere Unternehmen haben laut Obermeister Klaus Stöcker bereits Übernahmen in Aussicht gestellt. Die Arbeit mache ihm Spaß, berichtet Humed Osman, der in seiner Heimat das Abitur gemacht hat. Der 27-Jährige wohnt in Kirchheim und hat bereits Freundschaften zu seinen zukünftigen Kollegen geknüpft. Per Telefon hält er mit seiner Familie in der Heimat Kontakt.

2010 hatte sich der heute 27-Jährige zur Flucht entschieden. Die Aussicht, auf unbegrenzte Zeit zum Dienst an der Waffe gezwungen zu sein, hatte ihn zu diesem Entschluss getrieben. Zwei Jahre Militärdienst in dem nordostafrikanischen Einparteienstaat hatte er da bereits hinter sich. Menschenrechtsverletzungen sind dort laut Amnesty International keine Seltenheit. Im September hatte Humed Osman einen Asylantrag gestellt, der im Februar bewilligt wurde.

Gefördert durch das Bundesprogramm „Bleiberecht“ des Europäischen Sozialfonds (ESM), des Arbeitsministeriums und durch Geld des Landkreises besuchte Humed Osman Sprach- und Orientierungskurse. Ausbildungsleiterin Marlies Stutz freut sich über den engagierten Auszubildenden und betont: „Nach der Ausbildung stehen ihm alle Wege zur Weiterbildung offen“.

Der Leiter des Fachdienstes Migration beim Landkreis, Frank Hildebrand, sieht Vorteile für alle Beteiligten. Schließlich würden die Potenziale der Flüchtlinge genutzt, statt sie zu alimentieren. Gleichzeitig werde dem Fachkräftemangel begegnet. (jce)

Quelle: HNA

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