Die Firma Flottwerk stellt seit 120 Jahren in Lispenhausen Küchenmaschinen her

Flott geschält ist gefragt

120 Jahre Flottwerk: Geschäftsführerin Meike Dames (links) und Tochter Jessica Dames präsentieren eine „Flotte Lotte“ aus dem 20. Jahrhundert. Die Schälmaschine wurde per Handkurbel betrieben und war einst in fast jedem Haushalt zu finden. Foto: Steinbach

Lispenhausen. Eine „Flotte Lotte“ war im 20. Jahrhundert in fast allen Haushalten zu finden. Und bis heute schwören manche auf die handbetriebenen Küchenmaschinen, die in Lispenhausen hergestellt wurden. Dort feiert die Firma Flottwerk GmbH & Co KG an der Bahnhofstraße in diesem Jahr 120-jähriges Bestehen.

In der heutigen Zeit hat das Familienunternehmen vor allem bei Küchenprofis einen hervorragenden Ruf. Ob in der Gastronomie, in Großküchen von Krankenhäusern und Altenheimen, Werkskantinen oder in den Küchen der Kreuzfahrtschiffe: Gemüsewasch- und Schälmaschinen mit dem Namen Flott sind weltweit im Einsatz.

„Wir sind Marktführer“, sagt Meike Dames, die das Unternehmen von ihrer Mutter Jutta Dames (86) übernommen hat und heute führt. Und mit Tochter Jessica Dames steht bereits die dritte Frau in Folge bereit, um das Unternehmen in Zukunft zu leiten.

70 Prozent der Produktion werden ins Ausland exportiert, die Skandinavien, Rußland und die arabischen Länder bilden einen Export-Schwerpunkt.

Der hervorragende Ruf der Produkte, die 40 Mitarbeiter in Lispenhausen fertigen, gründet sich auf die hohe Funktionalität und auf die Haltbarkeit. Die handgefertigten Maschinen werden aus Gussteilen zusammengebaut, sind äußerst robust, rosten nicht und gelten in der Küchenbranche als „unkaputtbar“, sagt Jessica Dames.

Viele Maschinen, die bis heute in Profiküchen im Einsatz sind, stammen aus den 1960er-Jahren. In Lispenhausen weiß man das, weil von dort bis heute die entsprechenden Ersatzteile an die Kunden geliefert werden. Und zwar innerhalb von drei bis vier Tagen auch ins hinterste Russland. „Es gibt viele Kunden, die haben seit 20 Jahren die Messer nicht gewechselt“, macht Meike Dames deutlich, warum die Maschinen bei Profis so beliebt sind. Die Messer der professionellen Gemüse-Schälmaschinen sind nämlich auch nach 20 Jahren noch scharf.

„Wir schälen im Wasserbad, die Kartoffeln werden nicht beschädigt“, erklärt die Chefin die patentierte Funktionsweise. Dabei wird so wenig Wasser wie möglich eingesetzt. Durch die besondere Konstruktion wird der Wasserverbrauch niedrig gehalten, nach dem Schälvorgang werden die Schalen vom Schmutzwasser getrennt ausgeworfen. Die Schalen wandern in den Biomüll, das Wasser restefrei in den Ausguss.

Um die Zukunft machen sich die Lispenhäuser Schälexperten keine Sorgen. Für die hochspezialisierten Küchenmaschinen gibt es nur wenige Hersteller. Die Fachleute in der Produktion sind meist seit vielen Jahren dabei, die Fluktuation ist gering. In 120 Jahren des Firmenbestehens gab es nicht einen Tag Kurzarbeit. Und dass Köche die Qualität aus Lispenhausen schätzen, belegt eine eindrucksvolle Autogrammsammlung fast aller bekannten Küchenchefs, die ihren Dank an Flottwerk übermitteln.

Von Jörg Steinbach

Quelle: HNA

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