Historisches Kampfflugzeug aus Rotenburg wurde beim Jagdgeschwader in Laage schon wieder zusammengesetzt

F 86 ist im Fliegerhorst gelandet

Ausbildungsgeschwader: Die neue Heimat der F 86 aus Rotenburg ist zentraler Ausbildungsort für alle deutschen Eurofighter-Piloten. Unser Bild zeigt eine F 86, die in den 1950er-Jahren gebaut wurde.

Rostock/Rotenburg. Die Sonne strahlt an diesem Freitagvormittag vor Pfingsten mit den Soldaten vom Fliegerhorst Laage bei Rostock um die Wette. Und das hat seinen Grund: In Windeseile hat das Team um Stabsfeldwebel Jörg Rösler nicht nur das historische Kampfflugzeug F 86 in Rotenburg zerlegt und auf Lastwagen verladen, sondern in weiten Teilen an seinem neuen Bestimmungsort bereits schon wieder zusammengesetzt.

Seit 1968 hatte der Tag-Abfangjäger mit der Natobezeichnung „Sabre“ zuvor als Anschauungsobjekt in der Rotenburger Alheimer-Kaserne gestanden – unsere Zeitung berichtete. Stolz präsentieren die Männer des Zerlegekommandos nun das neue Schmuckstück ihres Jagdgeschwaders.

In einem alten Shelter – einem Unterstand für Kampfflugzeuge – haben sie die Maschine, die im kanadischen Montreal 1957 gebaut worden ist, wieder zusammengeschraubt. Höhenleitwerk, Seitenleitwerk und Kabinendach sind zwar noch nicht montiert – das soll aber in dieser Woche nachgeholt werden.

„Wir haben einen festen Arbeitsplan – zunächst wird die Maschine befundet und festgelegt, was alles zu tun ist“, berichtet Rösler. Zwar sei die F 86 bereits wieder fast vorzeigbar, bis sie jedoch komplett fertig ist und an ihrem neuen Bestimmungsort endgültig in Position gebracht werden kann, werden noch einige Wochen vergehen, ist sich Rösler sicher.

„Ihr künftiger Platz steht aber schon fest“, weiß Oberstabsfeldwebel Alfons Hütten, Sprecher des Jagdgeschwaders 73 Steinhoff. Die F 86 aus Rotenburg wird ein Flugzeug gleichen Typs ersetzen, das lange nicht so gut erhalten ist, wie die bestens gepflegte Maschine aus Rotenburg und nicht mal mehr ein Fahrwerk hat. Auf der Zufahrt zur Basis werden künftig alle Soldaten an ihr vorbeikommen, die auf dem Fliegerhorst Laage in den Basisbereich einfahren.

Und das sind nicht wenige. Denn in den Händen des Jagdgeschwaders liegt die zentralisierte Ausbildung aller deutschen Eurofighter-Piloten, berichtet Stabsfeldwebel Heinz-Dieter Nitz. Sowohl die Fluglehrer- als auch die Waffenlehrer-Schulungen für das moderne Mehrzweckkampfflugzeug finden dort statt, erklärt der Sprecher.

Insgesamt sind etwa 1000 Soldaten und 300 Zivilisten beim Jagdgeschwader 73 Steinhoff beschäftigt. In Laage werden künftig 36 Eurofighter stationiert sein. Aktuell gibt es dort 30 Exemplare des von Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien in Gemeinschaftsproduktion entwickelten Flugzeugs, das seit dem 25. Juli 2006 bei der Bundeswehr im Dienst ist. Die Anschaffung eines Eurofighters kostet nach Angaben der Bundesregierung etwa 57 Millionen Euro. Von der Luftwaffe wurden 2009 erstmals die Kosten für eine Flugstunde des Eurofighters ermittelt – sie liegen bei 73 992 Euro.

Auf dem Weg zu ihrer Ausbildung werden die künftigen Eurofighter-Piloten dann also regelmäßig dessen Urahn aus Rotenburg passieren. Der wird schön am Boden bleiben. An seinem sonnigen Platz auf der grünen Wiese.

Von Peter Gottbehüt

Quelle: HNA

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