Fische sind trotz klaren Wassers in Waldhessen bedroht

Hersfeld-Rotenburg. Der Fischbestand in den hessischen Gewässern hat sich im Vergleich zu früheren Jahrzehnten nur wenig erholt. War jedoch früher die Verschmutzung, zum Beispiel mit dem giftigen Cyanid, ein Problem, sei heute das Wasser zwar klarer, aber der Sauerstoffgehalt des Wassers problematisch.

Das erklärte der Referent für Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes Hessischer Fischer, Winfried Klein, gegenüber unserer Zeitung.

„Die Gewässer werden gesundgebetet“, sagte Klein mit Blick auf die Europäische Gewässerrahmenrichtlinie, die bis 2015 umgesetzt sein müsse. Es gebe vielerorts Probleme, weil das Wasser vor allem im Frühjahr mit Nährstoffen aus der Landwirtschaft und Kläranlagen, wie etwa mit Phosphaten, belastet sei.

Die Staustufen an Fulda, Werra oder Lahn sind laut Klein ein Riesenproblem. „Das Wasser muss fließen“, erklärt Klein, dann sei es die beste Kläranlage. Harsche Kritik übt er zudem am zunehmenden Bau von Wasserkraftwerken. Mehr als zwei Dutzend sind es im Kreisgebiet.

Durch die Turbinen würden die Fische massenhaft getötet, sagt Klein. „Das ist kein grüner und auch kein Öko-Strom, sondern blutroter Strom von gehexelten Fischen.“ Laut Gesetz dürften keine Fische in die Rechen kommen, die Realität sei aber, dass an den Mündungen keine Fische ankämen - und das bei einer geringen Menge an erzeugtem Strom. Auch Fischtreppen funktionierten nur nach oben, nicht aber nach unten, sagt Klein.

Bachforelle, Aal und Äsche wären hier nicht mehr reproduktionsfähig, erklärt auch Jochen Krause, Vorsitzender des 400 Mitglieder zählenden Fischereivereins Bad Hersfeld. Nur durch Besatz mit Jungfischen, für den allein die Hersfelder jährlich bis zu 15 000 Euro ausgeben, könne ein Bruchteil überleben. Die Strömung der Haune sei durch Staustufen so verlangsamt, dass der Fluss verschlamme. (ank)

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Quelle: HNA

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