Im Haushalt der Gemeinde Wildeck fehlen 970 000 Euro – aber Hoffnung für Zukunft

Finanzkrise erreicht Spitze

Wildeck. Die finanzielle Talfahrt der Gemeinde Wildeck geht dramatisch weiter. Auch intensive Sparbemühungen konnten das nicht verhindern. Das zeigt der Haushaltsentwurf der Gemeinde für 2013, den der Beigeordnete Steffen Sauer (FWG) in der Sitzung der Gemeindevertreter am Donnerstagabend vorstellte.

Im Ergebnishaushalt, der die Kosten für den laufenden Betrieb der Gemeinde erfasst, werden Ende des Jahres voraussichtlich 970 000 Euro fehlen. Die Gemeinde gibt in diesem Jahr etwa 7,2 Millionen Euro aus, nimmt aber nur 6,2 Millionen ein. Das ist eine weitere Verschlechterung von 386 000 Euro gegenüber dem Jahr 2012.

Der Fehlbedarf wird über Kassenkredite (Dispo-Kredite) gedeckt. Mit dem erneuten Fehlbetrag in diesem Jahr erhöhen sich die Kassenkredit-Schulden der Gemeinde bis Ende 2013 auf voraussichtlich 2,7 Millionen Euro.

Wille zum Sparen da

Durch Anhebung der Steuern und Gebühren – siehe Bericht unten – erwartet die Gemeinde Mehreinnahmen von 230 000 Euro. Dies zeige deutlich, dass der Wille hin zu einem ausgeglichenen Haushalt fraktionsübergreifend da sei, sagte Sauer. Einflüsse von außen hätten die Bemühungen aber wieder zunichte gemacht. So erwartet die Gemeinde zum Beispiel knapp 250 000 Euro weniger an Schlüsselzuweisungen. Auch durch den krankheitsbedingten Ausfall von Bürgermeister Jürgen Grau entstehen zusätzliche Kosten. Schon jetzt stehe fest, dass man über weitere Steuer- und Gebührenanhebungen sprechen müsse, betonte Sauer.

Hier wird investiert

Im Finanzhaushalt der Gemeinde Wildeck sind für 2013 Investitionen in Höhe von 1,8 Millionen Euro vorgesehen. Dafür muss die Gemeinde neue Kredite in Höhe von etwa 860 000 Euro aufnehmen. Geplant sind 2013 unter anderem folgende Investitionen:

• Straßensanierung im Rahmen des Sofortprogramms: Eisenacher Straße in Obersuhl (100 000 Euro), Am Alten Garten in Obersuhl: (130 000 Euro).

• Mehrkosten bei der Sanierung der Weißberghalle in Richelsdorf: 600 000 Euro.

• Gestaltung des Grünen Bandes in Richelsdorf: 60 000 Euro (2013) und 200 000 Euro (2014).

• Brückensanierung des Weihebaches in Richelsdorf: 100 000 Euro.

• Neuanschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges in Hönebach: 100 000 Euro.

• Gebrauchter Radlader zur Salzverladung und Traktor für den Bauhof: 50 000 Euro

• Erweiterung der Kindertagesstätte in Obersuhl: 50 000 Euro.

Damit erreicht der Schuldenberg im Bereich der Investitionskredite bis Ende 2013 den voraussichtlichen Höchststand von 13,8 Millionen Euro.

Ab 2015 besser

Ab 2015 muss die Gemeinde erheblich weniger Geld für Investitionen ausgeben, betonte Sauer. In den nächsten Wochen wird der Haushaltsentwurf von den Ausschüssen und Ortsbeiräten beraten. Das Parlament wird ihn am Donnerstag, 18. April, diskutieren und darüber abstimmen.

 berichte rechts und unten

Von René Dupont

Quelle: HNA

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