Feuertaufe beim Großbrand: Neues Fahrzeug an Feuerwehr Raßdorf übergeben

Die Freiwillige Feuerwehr Raßdorf hat ein neues Fahrzeug erhalten: ein Tragkraft-Spritzen-Fahrzeug mit Wasser (TSF-W) . Unser Bild zeigt die offizielle Übergabe der Fahrzeugschlüssel von Bürgermeister Alexander Wirth und Gemeindebrandinspektor Patrick Kniest an Wehrführer Jochen Bebendorf. Foto: Vöckel

Rassdorf. Die Freiwillige Feuerwehr Raßdorf hat ein neues Fahrzeug erhalten: ein TSF-W. Die Abkürzung steht für Tragkraft-Spritzen-Fahrzeug mit Wasser an Bord. Das neue Gefährt hat seine erste Bewährungsprobe bereits bei einem Großbrand auf Gut Liebenz im August unter Beweis gestellt.

Offiziell übergeben wurde das Fahrzeug aber erst jetzt in einer Feier vor dem Feuerwehrgerätehaus in Raßdorf.

„Wir ersetzen mit dem neuen Tragkraftspritzenfahrzeug ein 29 Jahre altes, das auch einmal der Stolz der Feuerwehrkameraden in Raßdorf war“, sagte Wildecks Bürgermeister Alexander Wirth bei der Übergabe. Das in die Jahre gekommene Gefährt habe aber nicht mehr den Anforderungen entsprochen.

Erste Diensthandlung

Der Verwaltungschef schilderte den Werdegang der Beschaffung für das neue TSF-W. Dabei sei das Anmelden beim Land Hessen vor zwei Jahren eine seiner ersten Diensthandlungen als Bürgermeister gewesen. Es folgten der formelle Förderantrag an das Land Hessen im Oktober 2014 und der Eingang des Bescheids im Mai 2015. Neben der Gemeinde Wildeck seien auch gleichartige Projekt in Ludwigsau, Alheim und Breitenbach am Herzberg auf den Weg gebracht worden. Die Gemeindebrandinspektoren und Sachbearbeiter dieser Kommunen verständigten sich auf eine gemeinsame Ausschreibung für den Fahrzeugaufbau. „Das Gemeinschaftsaktion hat den beteiligten Gemeinden viel Geld eingespart“, stellte der Bürgermeister fest.

Wie wichtig wasserführende Fahrzeuge im Ernstfall seien, habe sich beim Großbrand auf Gut Liebenz gezeigt. Das mitgebrachte Löschwasser sei zwar schnell verbraucht gewesen, doch die Feuerwehr Raßdorf habe in Windeseile seine Tragkraftspritze aufbaut und so das wichtige Löschwasser für andere Wehren geliefert. Die Gesamtsumme für das neue Fahrzeug gab der Bürgermeister mit 46 150 Euro an.

Eine Investition in die Sicherheit der Bürger

Die Schlüssel für das TSF-W gab Bürgermeister Alexander Wirth an Gemeindebrandinspektor Patrick Kniest weiter. Der erläuterte aus Sicht der Feuerwehren den Werdegang und die technischen Möglichkeiten des neuen Fahrzeugs. Als Investition in die Sicherheit der Bürger sei ursprünglich ein Kleinlöschfahrzeug (KLF) geplant gewesen. Doch dafür gab es keine Landesförderung. 

Deshalb habe man sich für ein TSF-W entschieden, bei dem der Aufbau 5000 Euro teurer wurde. „Diese Kröte mussten wir erst einmal schlucken“, sagte Kniest. Durch die Gemeinschaftsaktion der Gemeinden seien aber auch 8000 Euro eingespart worden. Die Besonderheiten des neuen Fahrzeugs sind nach den Worten des Gemeindebrandinspektors ein Tank mit 950 Liter Löschwasser an Bord, ein ausfahrbarer Mast mit Lampen zum Ausleuchten von Einsatzstellen und ein Stromwandler für einen Schnellangriff. 

Kniest gab die Fahrzeugschlüssel schließlich an den Raßdorfer Wehrführer Jochen Bebendorf weiter. Vorsitzender Tobias Zindel begrüßte auch zahlreiche Feuerwehrkameraden aus den Wehren der Gemeinde Wildeck und anderen Orten der Region. Sie hatten nach dem offiziellen Teil die Gelegenheit, sich über das neue Fahrzeug und die Ausrüstung zu informieren.

Von Herbert Vöckel

Quelle: HNA

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