Peter und Daniel Heck haben den Vertrag mit dem Land Hessen gekündigt

Die Festspielkantine im Stiftsbezirk macht dicht

Bad Hersfeld. Mit dem Ende der Festspielsaison, nach den Konzerten der Uli-Meiß-Chöre, endet am 24. August auch die Ära Heck in der Festspielkantine.

Peter und Daniel Heck haben den Erbpachtvertrag mit dem Land Hessen gekündigt und schließen das Lokal, das während der Sommermonate eine Bad Hersfelder Institution ist.

In den Sommermonaten bei schönem Wetter Bad Hersfelds beliebtester Tresen, ansonsten meist ziemlich leer: Peter (links) und Daniel Heck schließen mit dem Ende der Festspielsaison die Kantine, weil sich deren Betrieb für sie seit Jahren nicht rechnet.

Leider aber nur während der Sommermonate und auch nur bei schönem Wetter. Ist der Sommer nass und kühl, herrscht zumeist gähnende Leere im Biergarten. Und auch während der übrigen Monate fanden nicht genügend Gäste den Weg in den Stiftsbezirk, um den Betrieb der Gastwirtschaft rentabel zu gestalten. „Wenn die Festspiele rum sind, ist das hier wie abgeschnitten“, hat Peter Heck festgestellt. Und es ist ihm während der vergangenen neun Jahre auch nicht gelungen, daran etwas zu ändern, trotz Werbung und Veranstaltungen mit Eventcharakter. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Festspielkantine liegt ein wenig außerhalb des belebten Stadtzentrums, man kann dort nicht direkt vor der Tür parken und die Räume sind relativ klein. Größere Feiern müssen sich auf zwei Etagen verteilen, das wollen die meisten Gäste nicht. Und auch das Engagement von Künstlern oder Musikern lohnt sich für 30 bis 40 Personen kaum, erläutert Peter Heck. Im Herbst, Winter und Frühjahr haben die Hecks deshalb häufig draufgelegt und konnten nur hoffen, dass ein schöner, warmer Sommer ihnen half, das Defizit aus dem Winter auszugleichen – eine Situation, die beide als zunehmend belastend empfunden und sich deshalb dazu entschlossen haben, die Kantine zu schließen.

Die Konkurrenz durch die Festpiel-Lounge auf der anderen Seite der Stiftsruine habe ihnen dagegen nicht geschadet, betont Daniel Heck. „Kantine ist eben Kantine“, sagt er und lacht.

Probleme hat den Hecks jedoch, wie vielen anderen Gastronomen in Bad Hersfeld auch, der Mangel an Arbeitskräften und der Mindestlohn bereitet.

Früher, als Günther Heck noch Pächter der Kantine war, war sie wirklich nur während der Festspielzeit geöffnet, unter anderem, weil es keine Heizung gab. Nach einem vierjährigen Intermezzo mit anderen Pächtern haben die Hecks die Kantine vor neun Jahren wieder übernommen, diesmal mit einem Erbpachtvertrag mit dem Land. Sie haben viel investiert, eine Heizung installiert, neue Toiletten eingebaut, einen Keller angebaut, eine Terrasse eingerichtet und das Kaminzimmer neu gestaltet. Insgesamt hat Peter Heck die Festspielkantine 30 Jahre lang bewirtschaftet. „Das tut uns schon weh“, meinen die Hecks. Sie sind aber zuversichtlich, dass es mit der Kantine weitergehen wird. Interessenten soll es schon geben.

Jetzt wollen Peter und Daniel Heck sich ganz auf ihr neuestes Projekt konzentrieren, das Buchcafé. „Das schaffen wir notfalls auch zu zweit, ohne weitere Mitarbeiter“, meinen sie. Bisher jedenfalls laufe das Buchcafé gut.

Quelle: HNA

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