Festspiele: Lotschak rät zu Publikumsnähe

Bad Hersfeld/Frankfurt. Einen genauen Blick auf das interessierte Publikum empfiehlt der langjährige frühere Intendant der Bad Hersfelder Festspiele, Dr. Peter Lotschak, wenn es um Perspektiven und Zukunftsfähigkeit des Theaterfestivals in der historischen Stiftsruine geht.

Lotschak, der von den aktuellen Problemen der Festspielfinanzierung und den Streitigkeiten zwischen Intendant Holk Freytag und Bürgermeister Thomas Fehling nur gerüchteweise Kenntnis hatte, äußerte sich am Rande einer Regiearbeit in Frankfurt/Main gegenüber unserer Zeitung ganz allgemein.

„Man muss die Publikumsschichten genau untersuchen“, sagte Lotschak, und rät zur Pflege der kulturbewussten Bürger. Für Bad Hersfeld bedeute das, Festspiele für die Hersfelder zu machen. Er verwies dabei auf populäre Begleitveranstaltungen seiner Intendanz wie die Gastspiele in der Umgebung und die Bye-bye-Party zum Abschluss der Spielzeit.

„Du darfst nicht eitel sein“, beschrieb der Österreicher diese Vorgehensweise, um die Hemmschwelle für einen Besuch der Aufführungen in der Stiftsruine herabzusetzen. Auch das Einbinden von engagierten Theateramateuren aus der Region sei denkbar.

Ohnehin plädiert Lotschak dafür, die Innovation des Theaters den Bühnen in den großen Städten zu überlassen. Diese Sichtweise überträgt der erklärte Fan der Spielstätte Stiftsruine auch auf das Kinderstück, das seiner Meinung nach auch für Kindergartenkinder geeignet sein müsste. Hier sei im Vorfeld Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit bei den Erzieherinnen zu leisten. „Dieser Aufgabe muss sich ein Intendant stellen“, sagte Lotschak.

Im Übrigen erinnert er „ganz sentimental“ daran, dass Bad Hersfeld seinen Stellenwert vor allem durch die Festspiele habe. Bei Problemen „muss man die Heilmittel sorgsam verschreiben“, sagte Lotschak und fügte hinzu: „Es geht nicht nur ums Finanzielle“.

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Von Karl Schönholtz

Quelle: HNA

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