Joern Hinkels Inszenierung der „Sommernachts-Träumereien“

Festspiele: Aufführungen erstmals neben der Stiftsruine

Fetspielprobe für die„Sommernachts-Träumereien“: Die Handwerker mit Zettel (André Eisermann) auf dem Tisch und Peter Block (Markus Majowski) überlegen, wie die Rollen verteilt werden. Rechts im Bild Regieassistent Tobias Stübing, der die zahlreichen Kleindarsteller betreut. Fotos: Thomas Landsiedel

Bad Hersfeld. Die Bad Hersfelder Festspiele betreten Neuland - und das gleich neben der Stiftsruine.

Denn Joern Hinkels Inszenierung der „Sommernachts-Träumereien“, frei nach William Shakespeare, wird auf einer Wiese neben dem altehrwürdigen Gemäuer gespielt.

Neu ist auch die Mischung im Ensemble, in dem elf Profis mit 45 sogenannten Kleindarstellern gemeinsame Sache machen. Erste Kostproben dieses Experiments, das am 12. Juni Premiere haben wird, bekamen gestern die Vertreter der Medien präsentiert.

Zwei Szenen mit den Theaterstars André Eisermann, Markus Majowski und weiteren bekannten Namen ließen das besondere Flair der Aufführungen an diesem Ort bereits erahnen. Die bis zu 500 Zuschauer sitzen auf einem Teil der alten Tribüne aus der Stiftsruine, als Bühne dient ein tischhohes Podest, drumherum werden Büsche, Bäume und Wiese in die Kulisse einbezogen.

Oder es wird improvisiert: „Wir spielen die Nacht“, sagt Joern Hinkel, denn während der um 18 Uhr beginnenden Vorstellungen wird es noch hell sein. Also müssen die Beobachter ihre Fantasie bemühen, wenn Titania und Oberon, Lysander, Hermia und Puck im nächtlichen Zauberwald Verwechslungsspiele treiben.

Augendzwinkernd verwies Hinkel auch darauf, dass auch zu Shakespeares Zeiten für ein Stück nur einmal geprobt worden sei. Die Momentaufnahme von gestern sei also ein realistischer Eindruck gewesen.

Festspielintendant Dieter Wedel bezeichnete die Wiese im Park als den „zweitschönsten Platz von Bad Hersfeld - nach der Stiftsruine“. Wedel teilt sich mit Hinkel übrigens fünf Schauspieler, die auch in der „Komödie der Irrungen“ mitwirken. Der tägliche Probenplan wird so zur Filigranarbeit. „Mit leichten Vorteilen für den Intendanten“, sagte Wedel und nahm nach seiner Stippvisite gleich einige Darsteller mit.

Von Karl Schönholtz

Quelle: HNA

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