Heimische Unternehmen wollen keine eigenen Angebote aufbauen

Fernlinien: Busbetriebe steigen noch nicht ein

Hersfeld-Rotenburg. Mit dem Jahresbeginn haben die Fernzüge der Deutschen Bahn Konkurrenz auf der Straße bekommen. Seither dürfen Fernlinienbusse zwischen deutschen Städten fahren – auch wenn es parallel eine Zugverbindung gibt.

Die Busunternehmen in der Region werden aber nicht mit eigenen Angeboten in den Fernlinienmarkt einsteigen, wittern allerdings teilweise eine Chance als Subunternehmer. „Um in den Fernverkehrsmarkt in Deutschland eintreten zu können, wären erhebliche Investitionen erforderlich. Derzeit kommt das für uns nicht in Frage“, sagt Thomas Lang, Geschäftsführer der Fuldaer Üwag Bus GmbH. Das Verkehrsunternehmen bedient die Nahverkehrslinien in Bad Hersfeld und im östlichen Kreisgebiet. Bei dieser Aufgabe wolle das Unternehmen bleiben, für Fernlinien sei der Fuhrpark nicht geeignet.

„Wir beobachten mit Interesse die neuesten Entwicklungen am Fernbusmarkt, konkrete Planungen zum Einstieg liegen jedoch nicht vor“, teilt Marina Pohl, Sprecherin des international tätigen Verkehrsunternehmens Abellio mit, dessen Tochterfirma Verkehrsgesellschaft Mittelhessen einen Großteil der Buslinien im Altkreis Rotenburg bedient. Auch die Deutsche Bahn, die bereits im Fernbusgeschäft tätig ist und in der Region ihrer Tochter Regionalverkehr Kurhessen (RKH) im Nahverkehr fährt, gibt sich betont zurückhaltend.

Die kleinen und mittelständischen Busbetriebe sehen vorerst keine Möglichkeit, direkt in das Fernbusgeschäft einzusteigen. „Für den Fernlinienverkehr braucht man große Kapazitäten, wir konzentrieren uns auf unser Kerngeschäft im Reiseverkehr“, berichtet Thomas Fongar, Geschäftsführer von August Kiel Reisen in Eiterfeld-Arzell. „Unsere Busse sind mit den Stammgästen und Vereinen gut ausgelastet“, sagt auch Gabriele Oswald von Becker-Touristik in Bebra.

Von Jan-Christoph Eisenberg

Quelle: HNA

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