Unterkünfte in der Region in der Nebensaison nicht ausgelastet

Den Ferienparks fehlen die Amazon-Arbeiter

Hersfeld-Rotenburg. Weil das Internet-Kaufhaus Amazon für das Weihnachtsgeschäft keine ausländischen Leiharbeiter in der Region unterbringt, sind für mehrere Ferienanlagen in der Region Buchungen in der gästeschwachen Nebensaison weggefallen. Das Kirchheimer Seehotel hatte nach der Stornierung des Amazon-Kontingents Insolvenz angemeldet. Auch die Feriendörfer in Frielendorf, Oberaula-Hausen, Ronshausen und Nentershausen müssen in diesem Jahr ohne die Job-Touristen auskommen.

60 Leiharbeiter wurden im vergangenen Jahr in den 24 durch den Ferienpark Aulatal in Hausen verwalteten Häusern beherbergt. Eine Voranfrage eines Amazon-Dienstleisters habe es zwar auch in diesem Jahr gegeben, berichtet Geschäftsführer Lothar Maurer, mehr aber nicht. „Wenn 60 mal 40 Übernachtungen fehlen, wird sich das deutlich bemerkbar machen“, meint Maurer.

„Unsere Anlage ist ohnehin auf Familienurlaube ausgelegt“, erklärt Dieter Lehmann vom Feriendorf am Burgensteig in Nentershausen. Dennoch habe die in seinen Augen nicht faire Amazon-Reportage negative Folgen für die ganze Region. Die Saisonarbeiter seien für die örtlichen Geschäfte wichtige Kunden gewesen. Im Ferienwohnpark Ronshausen waren nach Auskunft einer Mitarbeiterin schon im Vorjahr keine Saisonkräfte untergebracht.

Der Wegfall der Amazon-Gäste werde von vielen Hausbesitzern nicht bedauert, betont Emiel Lantink. Der Niederländer ist Geschäftsführer der ETG Ferienhausvermietung, die für die privaten Einzelbesitzer mittlerweile etwa 70 Häuser im Kirchheimer Seepark vermarktet. Gleichwohl gingen für einige Besitzer durch die Hotel-Insolvenz und den damit verbundenen Wegfall der Dauer-Mietverträge Einnahmen verloren. In Zukunft solle der Ferienhausbetrieb wieder stärker auf Touristen ausgelegt werden. Zum Tage, Hintergrund

Von Jan-Christoph Eisenberg

Quelle: HNA

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