Kleine Geschenke für Polizei in Rotenburg an Heiligabend – Diskussion um Sparpläne

Zum Feiern keine Zeit

Heiligabend in der Polizeistation in Rotenburg: Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, rechts, überbrachte den diensthabenden Beamten kleine Geschenke und wünschte ein frohes Weihnachtsfest, von links: Joachim Stransky, der Leiter der Polizeistation, Bürgermeister Christian Grunwald, die Polizeibeamten Andre Köthe, Rolf Mader, Carsten Binnemann und Thomas Jeppe sowie Martin Mohr vom Personalrat der Polizei. Foto:  Vöckel

ROTENBURG. Der Heilige Abend gehört der Familie. Er wird im Kreis der Lieben mit Geschenken, gutem Essen, Gesprächen und Liedern gefeiert. Doch nicht allen Menschen ist diese Freude am Vorabend des Weihnachtsfestes vergönnt.

Viele sind auch in der Heiligen Nacht in Behörden, Dienststellen und Organisationen im Einsatz. Sie wachen über die Gesundheit und Sicherheit ihrer Mitbürger. Zu diesem Personenkreis gehören Polizisten, Ärzte, Pfleger und Einsatzkräfte in Alten- und Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Rettungsdiensten und Wachen.

Bei einem Besuch in der Polizeistation in Rotenburg dankten Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt und Bürgermeister Christian Grunwald den Beamten für ihren Einsatz und überreichten kleine Geschenke, verbunden mit den besten Wünschen zum Weihnachtsfest.

Das waren fünf Mitarbeiter einer Schichtgruppe, die am Vormittag Dienst hatten und am Abend noch einmal ran- mussten.

Eine Schicht wie jede andere

„Das ist ein ganz normaler Regeldienst mit Früh- und Nachtschicht“, erläuterte Joachim Stransky, der Leiter der Rotenburger Polizeistation, den Einsatz der Kollegen. Die seien auch nicht speziell für den Dienst an diesem Tag ausgesucht worden. Das habe sich durch den ganz normalen Schichtablauf so ergeben. Auch das Familiäre spielte keine Rolle. Bei Problemen durch kleine Kinder würden die Kollegen das schon unter sich regeln, sagte Stransky. Auch die Nachtschicht am Heiligen Abend laufe ab wie jede andere. Man wisse ja nicht, was auf einen zukomme.

Planbar ist nichts

„Wir hoffen, dass es ruhig bleibt“, wünschte sich Thomas Jeppe nicht so viel Stress in der Nacht. Doch die Vergangenheit habe gezeigt, dass es ganz schön hektisch werden könne. Schon deshalb sei nichts zu planen, weder ein gemeinsames Essen noch ein gemütlicher Plausch bei Kerzenschein. Das sei absolut nicht drin, zumal das Land Hessen sowieso kein Geld für eine kleine Aufmerksamkeit habe, auch nicht für Einsätze an solch einem Tag.

Und schon war die schönste Diskussion entflammt über die massiven Einschnitte der neuen schwarz-grünen Koalition in Wiesbaden für Landesbeamte.

„Belastung für alle“

„Das ist kein Weihnachtsgeschenk. Jeder Kollege wird mit 100 Euro im Monat belastet“, rechnete Martin Mohr vom Personalrat der Polizei vor. Für jeden unterhaltspflichtigen Angehörigen komme noch einmal der gleiche Betrag hinzu. Das sei unzumutbar. Weihnachten sei ein Fest der Freude. „Die wird den Polizeibeamten in diesem Jahr durch die zu erwartenden Einbußen wohl verhagelt“, kritisierte Mohr.

Von Herbert Vöckel

Quelle: HNA

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