Immer mehr Hersfeld-Rotenburger leben über ihre Verhältnisse

Fast jeder Zehnte im Kreis ist verschuldet

Hersfeld-Rotenburg. Beinahe jeder zehnte Erwachsene im Landkreis Hersfeld-Rotenburg kann seine Rechnungen nicht mehr bezahlen. Das geht aus Berechnungen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor. Diese haben ergeben: Der Kauf auf Pump treibt viele in die Schuldenfalle.

Wer sich durch Ratenkäufe und andere Konsumverlockungen verschuldet, steht nach Angaben der Creditreform meist bei mehreren Gläubigern mit vergleichsweise geringen Beträgen in der Kreide. Oft sei das der Anfang einer möglichen Schuldnerkarriere. Ein weiteres Ergebnis der Wirtschaftsauskunftei: Vermehrt sehen Einwohner ab 50 Jahren finanziell kein Licht mehr am Ende des Tunnels. Auch die über 70-Jährigen verschulden sich immer häufiger. Dagegen ist die Verschuldung bei der Gruppe der 18- bis 20-Jährigen zurückgegangen.

Mit neun Prozent liegt die Schuldnerquote im Landkreis unter dem Bundes- sowie dem Landesdurchschnitt. 9,65 Prozent der Deutschen sind verschuldet. Bei den Hessen sind es 9,69 Prozent. So das Ergebnis der Wirtschaftsauskunftei.

Obwohl im Kreis Hersfeld-Rotenburg im deutschlandweiten Vergleich weniger Menschen in der Schuldenfalle sitzen, zeigt die Statistik einen Aufwärtstrend für die Region: Die Anzahl der Schuldner im Kreis stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich an. Lebten im Jahr 2008 noch knapp über 10.000 Hersfeld-Rotenburger über ihre Verhältnisse, sind es nun bereits über 10.800 Einwohner.

Auch im Vergleich zu den Nachbarkreisen Wartburg und Fulda schneidet Hersfeld-Rotenburg schlecht ab. Die Schuldnerquote liegt dort mit je acht Prozent unter der des Landkreises. Mit 9,6 Prozent sieht es in Schwalm-Eder etwas schlechter als im Landkreis aus. Schlusslicht ist der Werra-Meißner-Kreis mit einer Schuldnerquote von 10,6 Prozent. (vko)

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der gedruckten Dienstagausgabe der HNA Rotenburg-Bebraer Allgemeinen.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Kommentare